Einhausung
Eine Einhausung ist ein geschlossenes Gehäuse um den Bauraum eines 3D-Druckers. Sie hält die Wärme von Druckbett und Hotend im Inneren, verhindert Zugluft und reduziert so Verzug (Warping) und Schichtablösung — vor allem bei technischen Filamenten wie ABS, ASA oder Polyamid. Nebenbei dämpft sie Geräusche und hält Gerüche sowie Partikel zurück.
So wirkt eine Einhausung physikalisch
Technische Thermoplaste wie ABS oder ASA schrumpfen beim Abkühlen deutlich stärker als PLA. Kühlen einzelne Bereiche eines Bauteils unterschiedlich schnell ab, entstehen innere Spannungen: Ecken heben sich vom Druckbett, im schlimmsten Fall reißen ganze Schichten voneinander (Delamination). Eine Einhausung hält die Luft im Bauraum konstant warm — passiv durch die Abwärme von Druckbett und Hotend, bei manchen Geräten aktiv geregelt. Das Bauteil kühlt langsamer und gleichmäßiger ab, die Spannungen bleiben klein. Passive Kammern erreichen je nach Gerät und Betttemperatur grob 35 bis 50 °C.
Welche Materialien eine Einhausung brauchen
| Material | Einhausung | Hinweis |
|---|---|---|
| PLA | nicht nötig | bei geschlossenem Gerät Tür oder Deckel öffnen |
| PETG | optional | profitiert vor allem von zugfreier Umgebung |
| ABS / ASA | dringend empfohlen | konstante Kammertemperatur verhindert Warping |
| PA (Nylon) | empfohlen | zusätzlich ist trockenes Filament entscheidend |
Darüber hinaus hält eine Einhausung Zugluft, Staub und neugierige Hände fern. Gerade bei ABS und ASA entstehen beim Drucken Gerüche und feine Partikel — ein geschlossener Bauraum mit Aktivkohle- und Feinstaubfilter ist hier klar im Vorteil.
Grenzen und Praxis-Tipps
- PLA nicht einsperren: Im warmen Bauraum kann PLA schon oberhalb der Düse weich werden (Heat Creep) und Verstopfungen verursachen. Tür auf oder Deckel abnehmen.
- Nachrüsten ist möglich: Offene Drucker lassen sich mit Hauben oder Selbstbau-Gehäusen einhausen; achte darauf, dass Elektronik und Netzteil außerhalb der warmen Zone bleiben.
- Kein Ersatz für trockenes Filament: Eine Einhausung schützt vor Zugluft und Temperaturabfall, nicht vor Feuchtigkeit — dafür brauchst du eine Trockenbox.
Bei elbe3D laufen Aufträge in ABS, ASA und Polyamid grundsätzlich auf vollständig eingehausten Bambu-Lab-Druckern mit aktiver Filterung.
Auch bekannt als: Enclosure
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