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Materialien

ABS

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist ein technischer Thermoplast, der sich durch hohe Schlagzähigkeit und eine Wärmeformbeständigkeit bis etwa 95 °C auszeichnet. Im FDM-Druck gilt ABS als bewährtes Material für funktionale Bauteile, verlangt aber ein beheiztes Druckbett und idealerweise eine geschlossene Einhausung, um Verzug (Warping) zuverlässig zu vermeiden.

Was ABS auszeichnet

ABS ist ein amorpher Kunststoff aus drei Bausteinen: Acrylnitril sorgt für chemische und thermische Beständigkeit, Butadien für Schlagzähigkeit, Styrol für Steifigkeit und gute Verarbeitbarkeit. Das Ergebnis ist ein Material, das Stöße wegsteckt, formstabil bleibt und bei Temperaturen noch funktioniert, die PLA längst verformen würden. Spritzgegossenes ABS begegnet dir überall im Alltag — von Klemmbausteinen bis zu Gehäusen von Haushaltsgeräten.

Für den 3D-Druck besonders interessant: ABS lässt sich hervorragend nachbearbeiten. Du kannst es bohren, schleifen, lackieren und mit Aceton kleben oder glätten — beim Bedampfen mit Acetondampf verschmelzen die Sichtflächen zu einer glänzenden, nahezu schichtfreien Oberfläche.

ABS drucken: Warping im Griff behalten

Die größte Hürde beim ABS-Druck ist die Schrumpfung beim Abkühlen. Kühlt das Bauteil ungleichmäßig ab, ziehen sich die Ecken vom Druckbett hoch oder ganze Schichten reißen auf. Dagegen helfen eine konstant warme Umgebung, wenig bis keine Bauteilkühlung und ein heißes, gut haftendes Druckbett. Ein geschlossener Bauraum ist bei allem außer Kleinteilen praktisch Pflicht. Beim Drucken entstehen außerdem Styrol-Dämpfe — sorge für Belüftung oder eine Filterung der Abluft.

ParameterRichtwert
Drucktemperatur230–260 °C
Heizbett90–110 °C
Bauteilkühlung0–30 %
Einhausungdringend empfohlen
Wärmeformbeständigkeitca. 95 °C

Typische Anwendungen und Grenzen

ABS eignet sich für Gehäuse, Halterungen, Abdeckungen und Clips mit Schnappverbindungen — überall dort, wo PLA thermisch oder mechanisch überfordert wäre. Auch als günstiges, robustes Material für Vorrichtungen und Ersatzteile hat es sich bewährt. Seine klare Schwäche ist UV-Strahlung: Im Dauereinsatz im Freien vergilbt und versprödet ABS, für Außenanwendungen ist das chemisch verwandte ASA die bessere Wahl. Bei elbe3D drucken wir ABS auf eingehausten Bambu-Lab-Maschinen mit warmer Druckkammer — so entstehen verzugsarme, maßhaltige Funktionsteile.

Auch bekannt als: Acrylnitril-Butadien-Styrol

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