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Detailaufnahme eines 3D-Druckteils — Fachwissen und Fachbegriffe rund um 3D-Druck, elbe3D Glossar

Nachschlagewerk

3D-Druck Glossar.
Jeder Begriff erklärt.

823+ Fachbegriffe aus FDM, Materialien, Slicer-Software, Fehlerbildern und IT-Netzwerktechnik — alphabetisch, durchsuchbar, mit Links zu Fachartikeln.

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19-Zoll-Rack

Maschine

Genormter Serverschrank bzw. Montagerahmen mit einer Einbaubreite von 19 Zoll (482,6 mm), in den Netzwerk- und Servergeräte standardisiert eingebaut werden. Die Bauhöhe der Geräte wird in Höheneinheiten (U) gemessen, wobei eine Höheneinheit 44,45 mm entspricht; die Maße sind in IEC 60297 und EIA-310 festgelegt. Befestigt werden die Geräte mit Käfigmuttern an den vertikalen Montageschienen. Im 3D-Druck ist das Format ein häufiger Anwendungsfall: Rackwinkel, Frontplatten und Einschübe für Geräte ohne eigenes 19-Zoll-Gehäuse werden passgenau gedruckt, wegen der Abwärme im Schrank bevorzugt aus PETG oder ABS statt PLA.

Ausführliche Erklärung

Auch: 19"-Rack, 19-Zoll-Schrank, Serverrack, Rack

3MF

Datei/Software

3MF (3D Manufacturing Format) ist ein modernes, XML-basiertes Dateiformat für den 3D-Druck, das Farb-, Material- und Druckeinstellungen in einer Datei speichert. Technisch ist es ein ZIP-Container nach den Open Packaging Conventions, der neben dem Dreiecksnetz auch Maßeinheiten, Texturen, Metadaten und die Objektanordnung auf der Druckplatte enthält. Die Spezifikation verlangt geschlossene, überschneidungsfreie Netze, wodurch typische STL-Fehler wie Löcher oder invertierte Normalen ausgeschlossen sind. Slicer wie PrusaSlicer, Bambu Studio und OrcaSlicer nutzen 3MF als Projektformat, das komplette Druckprofile mitspeichert.

Ausführliche Erklärung

Auch: 3D Manufacturing Format

A

ABS

Material

Acrylnitril-Butadien-Styrol ist ein schlagzähes technisches Thermoplast, hitzebeständig bis etwa 95 °C. Gedruckt wird es bei Düsentemperaturen von 230 bis 260 °C mit Heizbett um 90 bis 110 °C; eine Einhausung ist nötig, weil das Material beim Abkühlen stark schrumpft und sich sonst durch Warping von der Druckplatte löst. Da ABS in Aceton löslich ist, lassen sich Oberflächen mit Acetondampf glätten und Teile chemisch verkleben. Typische Anwendungen sind Gehäuse, Halterungen und Innenraumteile im Fahrzeugbau; für den UV-belasteten Außeneinsatz ist das verwandte ASA die gängigere Wahl.

Ausführliche Erklärung

Auch: Acrylnitril-Butadien-Styrol

Vollständig aus Metall gefertigte Schmelzeinheit eines FDM-Druckers ohne PTFE-Einlage im Heißbereich, die Drucktemperaturen über 240 °C ermöglicht. Dadurch lassen sich Hochtemperaturmaterialien wie Polycarbonat, Nylon oder mit Fasern verstärkte Filamente verarbeiten. Bei Hotends mit PTFE-Einlage zersetzt sich der Kunststoff oberhalb von etwa 250 °C und gibt gesundheitsschädliche Dämpfe ab. Der Heatbreak, das dünne Verbindungsstück zwischen Kühlkörper und Heizblock, besteht meist aus Edelstahl oder Titan mit geringer Wärmeleitfähigkeit. Nachteil: PLA neigt in Vollmetall-Hotends eher zu Heat Creep, also zum vorzeitigen Aufweichen des Filaments oberhalb der Schmelzzone mit anschließender Verstopfung.

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Auch: Vollmetall-Hotend, All Metal Hotend

Alumide

Material

Alumide ist ein Verbundwerkstoff für das selektive Lasersintern (SLS), der aus Polyamid 12 (Nylon) mit eingemischtem Aluminiumpulver besteht. Die Teile wirken metallisch matt und sind steifer sowie temperaturbeständiger als reines Polyamid, durch den Metallanteil aber auch spröder mit geringerer Bruchdehnung. Die Oberfläche lässt sich nachträglich fräsen, bohren, schleifen und polieren. Typische Anwendungen sind Designmodelle, Vorrichtungen und Kleinserienteile in Metalloptik; für stark schlagbeanspruchte Funktionsteile ist unverstärktes Polyamid meist besser geeignet.

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Auch: PA-Alu, Aluminium-Polyamid

anisotrop

Allgemein

Eigenschaft eines Werkstoffs oder Bauteils, dessen mechanische Kennwerte von der Belastungsrichtung abhängen. Bei FDM-Drucken ist die Festigkeit in Aufbaurichtung (Z) typischerweise geringer als in der Schichtebene (X/Y), weil die Polymerketten an den Schichtgrenzen weniger stark verschlungen sind als innerhalb eines extrudierten Strangs. Das Gegenteil ist isotrop: Spritzgussteile verhalten sich weitgehend richtungsunabhängig. Belastete FDM-Teile werden deshalb so auf dem Druckbett orientiert, dass Zug- und Biegekräfte in der Schichtebene verlaufen und nicht senkrecht dazu.

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Auch: richtungsabhängig

Anisotropie

Allgemein

Richtungsabhängigkeit der mechanischen Eigenschaften eines Bauteils. Bei FDM-Teilen ist sie ausgeprägt, da die Verbindung zwischen den Schichten (Z-Richtung) schwächer ist als der Materialzusammenhalt innerhalb einer Schicht (X/Y-Richtung). Ursache ist die unvollständige Interdiffusion der Polymerketten an der Schichtgrenze, weil der Kunststoff dort rasch unter seine Glasübergangstemperatur abkühlt. Höhere Drucktemperatur, geringere Schichthöhe und ein beheizter Bauraum verringern die Anisotropie. Pulver- und Harzverfahren wie SLS oder SLA erzeugen deutlich isotropere Bauteile als FDM.

Ausführliche Erklärung

Auch: anisotropy

Annular

Konstruktion

Bauform eines ringförmigen Snap-fits (Schnappverbindung), bei dem ein umlaufender Wulst durch radiale Aufweitung in eine Nut einrastet. Die Verbindung wirkt rotationssymmetrisch und verteilt die Haltekraft gleichmäßig über den Umfang, etwa bei Verschlusskappen und Gehäusedeckeln. Der Hinterschnitt wird auf wenige Prozent des Durchmessers begrenzt, damit die Fügedehnung unter der zulässigen Dehngrenze des Kunststoffs bleibt; der Haltewinkel entscheidet, ob die Verbindung lösbar (um 45 Grad) oder unlösbar (nahe 90 Grad) ist. Im FDM-Druck wird die Ringachse senkrecht zur Bauplatte orientiert, da die Aufweitung sonst quer zur Schichthaftung wirkt und der Wulst delaminieren kann.

Ausführliche Erklärung

Auch: Annular Snap-fit, Ring-Schnappverbindung

Prototyp, der ausschließlich die Form, Optik und Haptik eines Produkts darstellt, ohne funktionale oder mechanische Eigenschaften abzubilden. Er dient der Designbewertung und Abstimmung in frühen Entwicklungsphasen. Im Unterschied zum Funktionsprototyp muss das Material nicht dem Serienwerkstoff entsprechen; im 3D-Druck genügt oft kostengünstiges PLA oder Resin, das durch Schleifen, Grundieren und Lackieren an die Zieloptik angepasst wird. Typische Einsatzfelder sind Designfreigaben, Messemodelle, Ergonomietests und Kundenabstimmungen, bevor teurere Werkzeuge oder Funktionsmuster beauftragt werden.

Ausführliche Erklärung

Auch: Designprototyp, Show Model, Concept Model

Anthrazitgrau ist ein dunkler, ins Schwarze gehender Grauton, der als Industrie- und Standardfarbe für 3D-Druck-Filamente und gefertigte Bauteile verbreitet ist; als Farbreferenz dient üblicherweise RAL 7016. Der Ton kaschiert Schichtlinien optisch gut, weil die dunkle, meist matte Oberfläche wenig Kontrast zwischen Licht- und Schattenkanten der Rillen zeigt, und wirkt technisch-neutral. Da Fensterprofile, Zaunelemente und viele Elektronikgehäuse ebenfalls in RAL 7016 gehalten sind, fügen sich anthrazitfarbene Ersatz- und Anbauteile ohne Lackierung in bestehende Produkte ein.

Ausführliche Erklärung

Auch: Anthracite Grey, RAL 7016

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