Stringing
Stringing — auf Deutsch Fadenziehen — bezeichnet feine Kunststofffäden, die sich bei Leerfahrten des Druckkopfs zwischen getrennten Bereichen eines Druckteils spannen. Sie entstehen, weil geschmolzenes Material ungewollt aus der Düse nachläuft. Die häufigsten Ursachen sind eine zu geringe Retraktion und eine zu hohe Drucktemperatur.
So entsteht Fadenziehen
Im Hotend steht das geschmolzene Filament unter Druck. Fährt der Druckkopf ohne zu drucken von einem Bauteilbereich zum nächsten, kann dieses Material aus der Düse nachlaufen — es zieht einen feinen Faden hinter sich her, der beim Abkühlen erstarrt. Genau dagegen gibt es die Retraktion: Vor jeder Leerfahrt zieht der Extruder das Filament ein Stück zurück und nimmt so den Druck aus der Schmelze. Ist der Rückzug zu kurz oder zu langsam, oder ist das Material durch zu hohe Temperatur besonders dünnflüssig, bleibt das Fadenziehen sichtbar.
Die wichtigsten Stellschrauben
| Parameter | Direct-Drive-Extruder | Bowden-Extruder |
|---|---|---|
| Retraktionsweg | 0,5–2 mm | 3–6 mm |
| Retraktionsgeschwindigkeit | 25–45 mm/s | 30–50 mm/s |
Zusätzlich helfen drei Maßnahmen: die Drucktemperatur in Schritten von 5 °C senken, die Geschwindigkeit der Leerfahrten erhöhen, damit weniger Zeit zum Nachlaufen bleibt, und im Slicer Funktionen wie Wipe oder Coasting aktivieren, die den Düsendruck vor der Leerfahrt gezielt abbauen. Beachte dabei: PETG und TPU neigen materialbedingt stärker zum Fadenziehen als PLA. Am schnellsten findest du die passende Kombination mit einem Stringing-Test, bei dem zwei schlanke Türme nebeneinander gedruckt werden — jede Änderung zeigt sich dort sofort.
Wenn Einstellungen allein nicht reichen
Hartnäckiges Stringing hat oft eine unscheinbare Ursache: feuchtes Filament. Materialien wie PETG, Nylon und TPU ziehen Wasser aus der Luft; beim Drucken verdampft es in der Düse und drückt Material heraus — hörbar an einem leisen Knistern. Trockne das Filament in einem Filamenttrockner und lagere es mit Trockenmittel. Auch eine verschlissene oder außen verschmutzte Düse begünstigt Fäden und Anhaftungen. Die feinen Härchen am fertigen Teil lassen sich zwar mit einem kurzen Heißluftstoß entfernen — besser ist es aber, die Ursache zu beheben. Bei elbe3D drucken wir mit getrocknetem Filament und materialspezifisch abgestimmten Profilen, damit deine Teile ohne Nacharbeit sauber aus der Maschine kommen.
Auch bekannt als: Fadenziehen · Fadenbildung · Strings · Stringing-Effekt
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