HIPS
HIPS (High Impact Polystyrene, schlagzähes Polystyrol) ist ein leichter, schlagfester Kunststoff für den FDM-3D-Druck. Bekannt ist er vor allem als lösliches Stützmaterial für ABS, das sich in Limonen rückstandsfrei auflösen lässt. Daneben eignet sich HIPS auch als eigenständiges Druckmaterial für leichte, gut nachbearbeitbare Bauteile.
HIPS als Stützmaterial für ABS
HIPS und ABS sind ein eingespieltes Duo: Beide werden bei ähnlichen Temperaturen verarbeitet, haften im Druck gut aneinander und verhalten sich beim Abkühlen ähnlich. Auf Druckern mit zwei Extrudern oder Multimaterial-System lassen sich ABS-Bauteile deshalb mit HIPS-Stützen drucken. Nach dem Druck legst du das Teil in ein Bad aus D-Limonen — einem Lösungsmittel auf Zitrusbasis —, das die HIPS-Strukturen über mehrere Stunden auflöst, während das ABS unversehrt bleibt. So bekommst du saubere Überhänge und innenliegende Hohlräume ganz ohne mechanisches Nacharbeiten.
HIPS als eigenständiges Druckmaterial
Oft unterschätzt wird HIPS als Hauptmaterial: Es gehört zu den leichtesten gängigen Filamenten, ist dabei schlagzäh und formstabil. Die matte Oberfläche lässt sich hervorragend schleifen, grundieren und lackieren — deshalb ist HIPS im Modellbau und für Sichtteile beliebt, die nachträglich veredelt werden. Auch für Leichtbauanwendungen ist die geringe Dichte ein echtes Argument: Mit rund 1,04 g/cm³ ist HIPS spürbar leichter als PLA oder PETG — bei gleichem Volumen wiegt ein HIPS-Bauteil rund 15 bis 20 Prozent weniger. Mechanisch erreicht es nicht ganz das Niveau des verwandten ABS, ist aber deutlich belastbarer, als sein Ruf als reines Stützmaterial vermuten lässt.
| Parameter | Richtwert |
|---|---|
| Düsentemperatur | ca. 230–250 °C |
| Druckbett | ca. 90–110 °C |
| Bauraum | geschlossen empfohlen |
| Löslich in | D-Limonen |
Tipps für die Verarbeitung
HIPS verhält sich beim Drucken ähnlich wie ABS: Es neigt bei Zugluft und kaltem Bauraum zu Verzug und Schichtablösung. Ein geschlossener Drucker mit beheiztem Bett ist deshalb dringend zu empfehlen, ebenso eine gute Belüftung des Raums, da beim Drucken von Styrol-Kunststoffen Emissionen entstehen. Beim Limonen-Bad gilt: Geduld mitbringen, das Lösungsmittel gelegentlich bewegen und das Bauteil danach gründlich ablüften und trocknen lassen.
Bei elbe3D drucken wir HIPS in geschlossenen Bambu-Lab-Bauräumen — als leichtes Funktionsmaterial ebenso wie für Bauteile, die anschließend lackiert werden sollen.
Auch bekannt als: High Impact Polystyrol
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