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Feinguss

Feinguss ist ein Gussverfahren mit verlorenem Modell und verlorener Form: Für jedes Bauteil entsteht ein eigenes Modell aus Wachs oder Kunststoff, und die keramische Gussform wird nach dem Erstarren zerschlagen. Dafür bekommst du feinere Konturen, engere Maße und glattere Oberflächen als beim Sandguss.

Vom Modell zur gebrannten Keramikschale

Die Einzelmodelle werden mit Wachs an einen Gießbaum geklebt, sodass ein Anguss viele Teile gleichzeitig versorgt. Diese Traube taucht die Gießerei mehrfach in keramischen Schlicker und besandet sie anschließend, bis nach mehreren Trockenzyklen eine tragfähige Schale entstanden ist. Danach schmilzt das Wachs im Dampfautoklav aus, die Schale wird gebrannt (das härtet die Keramik und verbrennt Reste des Modells) und noch heiß mit flüssigem Metall gefüllt. Zum Schluss schlägt oder vibriert man die Keramik ab, trennt die Teile vom Anguss und strahlt sie. Modellwerkstoff und Metall schwinden beide, deshalb baut man das Modell mit Aufmaß.

Wo der 3D-Druck ins Spiel kommt

Klassische Wachsmodelle kommen aus einem Spritzwerkzeug, das sich erst ab größeren Stückzahlen rechnet. Für Einzelstücke und Kleinserien ersetzt der 3D-Druck dieses Werkzeug. Harzbasierte Verfahren wie SLA und DLP nutzen dafür ausbrennbare Gießharze, die im Ofen möglichst rückstandsarm zerfallen. Auch FDM-Teile aus PLA dienen als verlorene Modelle, allerdings mit Vorbehalt: PLA dehnt sich beim Aufheizen aus, bevor es zersetzt wird, und kann dünne Schalen sprengen. Solche Modelle druckst du deshalb mit sehr geringer Fülldichte und dünnen Wänden. Der zweite Weg spart das Ausbrennen des Druckteils: Ein FDM-Urmodell dient als Master für eine Silikonform, aus der die Gießerei ihre Wachsmodelle abformt.

Typische Fehler beim gedruckten Modell

Die Modelloberfläche landet eins zu eins im Metall, Schichtlinien inklusive. Ein gedrucktes Urmodell gehört also geschliffen, gespachtelt und versiegelt, bevor es zur Gießerei geht. Sprünge in der Wandstärke sind die zweite Fehlerquelle, weil dicke Bereiche später erstarren und dort Lunker entstehen. Halte die Wände gleichmäßig, runde Innenkanten aus und sprich Anguss- und Trennstellen früh mit der Gießerei ab. Sehr dünne Partien laufen im Guss nicht sauber voll.

Was elbe3D dazu beitragen kann

Wir drucken ausschließlich FDM und gießen nicht, Harzdruck bieten wir ebenfalls nicht an. Sinnvoll sind wir für dich beim Urmodell für die Silikonform, beim Anschauungs- oder Passmodell vor dem Werkzeug und bei Vorrichtungen für die Nacharbeit. Wer ein ausbrennbares Harzmodell braucht, ist bei einem Harzdienstleister besser aufgehoben. Manchmal zeigt das Gespräch auch, dass ein Bauteil aus PA12 oder PETG den Guss überflüssig macht.

Auch bekannt als: Wachsausschmelzverfahren · investment casting · lost-wax casting

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