Glossar-Kategorie
IT & Netzwerk
Rackmontage, Switch-Baureihen und Slot-Formate sind die Grundlage unserer Netzwerkblenden. Diese Begriffe erklären die Hardware-Bezeichnungen von Cisco, HPE und Extreme Networks, die bei Blenden und Rackzubehör auftauchen.
65 Begriffe in dieser Kategorie, alphabetisch sortiert.
Branch-Office
Zweigstelle oder Filiale eines Unternehmens abseits des Hauptstandorts, die über ein Weitverkehrsnetz (WAN) an die Zentrale oder ein Rechenzentrum angebunden wird. Klassisch erfolgt die Anbindung über MPLS-Leitungen oder IPsec-VPN über das Internet; vor Ort stehen meist ein Branch-Router, ein kleiner Switch und WLAN-Access-Points. Das Branch-Office ist ein typischer Einsatzort für SD-WAN (Software-Defined Wide Area Network), das die Anbindung mehrerer Standorte zentral steuert und neue Filialen per Zero-Touch-Provisioning ohne Techniker vor Ort in Betrieb nimmt.
Breadcrumb
Pfadanzeige in der Navigation einer Webseite, die die Position der aktuellen Seite innerhalb der Seitenhierarchie als Kette anklickbarer Stufen darstellt, meist getrennt durch Pfeile oder Schrägstriche (etwa Startseite > Kategorie > Artikel). Sie erleichtert die Orientierung und das Zurücknavigieren zu übergeordneten Ebenen. Unterschieden werden hierarchische Breadcrumbs (Position in der Seitenstruktur), pfadbasierte (tatsächlich besuchte Seiten) und attributbasierte Varianten (etwa gesetzte Filter in Onlineshops). Mit strukturierten Daten nach Schema.org (BreadcrumbList) ausgezeichnet, kann Google den Pfad in den Suchergebnissen anstelle der URL anzeigen.
C9200-STACK-BLANK
C9200-STACK-BLANK ist Ciscos Teilenummer für die Abdeckung des StackWise-Ports (StackWise-160/80) am Catalyst 9200. Sie verschließt den Stacking-Port auf der Rückseite, wenn kein Stacking-Kabel gesteckt ist, und schützt so vor Staub und falscher Luftführung. Die 3D-gedruckte Nachfertigung von elbe3D nutzt für Catalyst 9200 und 9300 dieselbe Druckgeometrie.
C9300-STACK-BLANK
C9300-STACK-BLANK ist Ciscos Teilenummer für die Abdeckung des StackWise-Ports (StackWise-480) am Catalyst 9300. Sie verschließt den Stacking-Port auf der Rückseite, wenn kein Stacking-Kabel gesteckt ist, und schützt so vor Staub und falscher Luftführung. Die 3D-gedruckte Nachfertigung von elbe3D nutzt für Catalyst 9200 und 9300 dieselbe Druckgeometrie.
Interface-Karte
Einschub- oder Steckkarte, die ein Netzwerkgerät um zusätzliche physische Schnittstellen (Ports) erweitert, etwa Ethernet- oder Glasfaseranschlüsse. Sie wird in modularen Routern und Switches zur flexiblen Anpassung der Anschlusskonfiguration verwendet. Gängige Formfaktoren sind herstellerspezifische Module wie NIM oder SM-X bei Cisco-Routern sowie Line Cards, die in Chassis-Switches ganze Port-Reihen mit 1, 10, 40 oder 100 Gbit/s bereitstellen. Viele Karten sind hot-swap-fähig und lassen sich im laufenden Betrieb tauschen; die Medienanpassung übernehmen oft steckbare Transceiver (SFP, SFP+, QSFP) auf der Karte.
IOS XE
IOS XE (Internetwork Operating System XE) ist das modulare, Linux-basierte Netzwerkbetriebssystem von Cisco für Router und Switches, unter anderem der Serien Catalyst 9000, ISR 4000 und ASR 1000. Anders als das klassische, monolithische IOS laufen die Prozesse als getrennte Linux-Dienste, sodass der Ausfall eines einzelnen Dienstes nicht das gesamte System zum Neustart zwingt. Es trennt Steuerungs- und Datenebene und unterstützt Funktionen wie Software-Patching im laufenden Betrieb (SMU) sowie programmierbare Schnittstellen, etwa NETCONF und RESTCONF mit YANG-Datenmodellen.
ISO/IEC 24764
ISO/IEC 24764 ist eine internationale Norm für die anwendungsneutrale strukturierte Verkabelung von Rechenzentren. Sie legt Anforderungen an Kabel, Verbindungstechnik und Topologie der Netzwerkinfrastruktur in Datacentern fest, darunter die Verteilerebenen vom Hauptverteiler über Zonenverteiler bis zum Geräteanschluss (Equipment Outlet). Für Kupferstrecken fordert sie mindestens Übertragungsklasse EA (Kategorie-6A-Komponenten), für Multimode-Glasfaser mindestens OM3. Die Norm baut auf der allgemeinen Verkabelungsnorm ISO/IEC 11801 auf und wurde 2017 in deren Teil ISO/IEC 11801-5 überführt; das europäische Pendant ist EN 50173-5.
ISP
ISP (Internet Service Provider) bezeichnet einen Internetanbieter, also ein Unternehmen, das Privat- und Geschäftskunden den Zugang zum Internet sowie häufig damit verbundene Dienste wie E-Mail oder Webhosting bereitstellt. Der Zugang erfolgt über Techniken wie DSL, Kabelnetz (DOCSIS), Glasfaser (FTTH) oder Mobilfunk; der ISP weist dem Anschluss dabei öffentliche IP-Adressen zu und routet den Datenverkehr in das globale Internet. Nach ihrer Stellung im Netz unterscheidet man Tier-1-Provider mit eigenem weltweitem Backbone von regionalen Tier-2- und Tier-3-Anbietern, die Transit bei größeren Providern einkaufen oder Verkehr über Peering-Punkte austauschen.
Kabelmanagement
Kabelmanagement bezeichnet die geordnete Führung, Bündelung und Befestigung von Kabeln, etwa im Serverschrank. Typische Hilfsmittel sind horizontale und vertikale Rangierpanels im 19-Zoll-Rack, Kabelkanäle und Klettbänder; Klett ist Kabelbindern vorzuziehen, weil es Twisted-Pair-Adern nicht quetscht. Bei Kupfer- und Glasfaserkabeln sind zudem Mindestbiegeradien einzuhalten, da zu enge Bögen die Übertragungswerte verschlechtern. Sauberes Kabelmanagement verbessert Übersicht, Wartbarkeit und Luftzirkulation und verringert Fehlerquellen durch lose oder verhedderte Leitungen; Vorgaben zur Installation enthält die Normenreihe EN 50174.
Löschstation
Löschstation bezeichnet ein Gerät oder eine Halterung zum sicheren, irreversiblen Löschen von Datenträgern wie Festplatten oder SSDs vor deren Wiederverwendung oder Entsorgung. Sie überschreibt die Daten oder entmagnetisiert den Datenträger (Degausser), sodass eine Wiederherstellung ausgeschlossen ist; Degaussing wirkt nur bei magnetischen Medien wie Festplatten und Bändern, während SSDs per Überschreiben oder ATA Secure Erase gelöscht werden. Verbreitete Verfahrensvorgaben enthält die Richtlinie NIST SP 800-88. Mehrschacht-Löschstationen bearbeiten mehrere Laufwerke parallel und erzeugen Löschprotokolle als Nachweis, etwa für DSGVO-Anforderungen.
Luftkurzschluss
Luftkurzschluss ist die Fehlleitung der Kühlluft, bei der der Luftstrom über offene Schächte oder Lücken direkt zum Ausgang gelangt, ohne die zu kühlenden Komponenten zu erreichen. Im Rechenzentrum tritt er in zwei Formen auf: Kaltluft strömt ungenutzt in den Warmgang ab, oder warme Abluft wird von den Geräten erneut angesaugt (Rezirkulation). Folge sind lokale Hitzestaus trotz ausreichender Gesamtlüftung. Gegenmaßnahmen sind Blindplatten in unbestückten Höheneinheiten, Bürstenleisten an Kabeldurchführungen und die Einhausung von Kalt- oder Warmgang.
Luftstrom
Luftstrom bezeichnet die bewegte Luftmenge zur Kühlung, etwa die im Server- oder Netzwerk-Rack zwischen Kalt- und Warmgang geführte Kühlluft; angegeben wird sie in Kubikmetern pro Stunde oder CFM (Cubic Feet per Minute). Server folgen meist dem Front-to-Back-Prinzip: Sie saugen kalte Luft an der Frontseite an und geben warme Abluft nach hinten ab. Netzwerk-Switches weichen davon teils ab (Side-to-Back), weshalb Hersteller umkehrbare Lüftereinheiten anbieten. Eine durchgängige Luftstromführung verhindert Hitzestaus an aktiven Komponenten.
MPLS
MPLS (Multiprotocol Label Switching) ist ein verbindungsorientiertes Transportverfahren für Weitverkehrsnetze (WAN), bei dem Pakete anhand kurzer Label statt der vollständigen IP-Adresse weitergeleitet werden. Das 32 Bit lange Label sitzt zwischen Layer 2 und Layer 3, weshalb MPLS als Layer-2.5-Technik gilt; standardisiert ist es in RFC 3031. Der Label Edge Router am Netzrand setzt das Label, Label Switch Router im Kern tauschen es entlang eines festgelegten Pfads (Label Switched Path). MPLS ermöglicht definierte Dienstgüte (Quality of Service) und planbare Pfade zwischen Standorten, etwa für Provider-VPNs.
Multi-WAN
Multi-WAN bezeichnet die gleichzeitige Nutzung mehrerer Weitverkehrs-Anbindungen (WAN-Leitungen) an einem Router oder einer Firewall zur Bündelung oder Verteilung von Datenverkehr und für Ausfallsicherheit, etwa Glasfaser als Hauptleitung kombiniert mit Kabelanschluss oder LTE/5G als Reserve. Für die Ausfallsicherheit (Failover) prüft das Gerät die Leitungen laufend per Gateway-Monitoring (zum Beispiel Ping-Checks) und schwenkt bei Ausfall automatisch um. Beim Load Balancing wird der Datenverkehr sitzungsweise oder regelbasiert verteilt, etwa VoIP fest über die stabilste Leitung. Paketweises Bonding geht noch einen Schritt weiter und führt die Bandbreiten mehrerer Leitungen auch für eine einzelne Verbindung zusammen.
Netzwerkswitch
Ein Netzwerkswitch ist ein aktives Netzwerkgerät, das mehrere Geräte innerhalb eines lokalen Netzwerks (LAN) verbindet und Datenpakete anhand der MAC-Adressen gezielt an den jeweiligen Zielport weiterleitet. Er arbeitet überwiegend auf Schicht 2 des OSI-Modells, höherwertige Geräte zusätzlich auf Schicht 3.
Netzwerktechnik
Netzwerktechnik ist der Sammelbegriff für die Hardware, Komponenten und Infrastruktur zum Aufbau und Betrieb von Datennetzen, darunter Switches, Router, Verkabelung und Schnittstellenmodule, sowie die zugehörigen Verfahren zur Verbindung und Kommunikation von Geräten. Kabelgebundene Netze basieren überwiegend auf Ethernet nach IEEE 802.3 mit Übertragungsraten von 1 bis 400 GBit/s über Twisted-Pair-Kabel (Cat 5e bis Cat 8) oder Glasfaser. Switches vermitteln Datenpakete anhand von MAC-Adressen innerhalb eines lokalen Netzes, Router verbinden Netze auf Basis von IP-Adressen.
OCP
OCP (Open Compute Project) ist eine offene Hardware-Initiative, die standardisierte und herstellerunabhängige Designs für Server, Speicher und Rechenzentrumsinfrastruktur entwickelt und frei verfügbar macht. Gegründet wurde sie 2011 von Facebook. Zu den bekanntesten Spezifikationen zählen das Open Rack mit 21 Zoll Innenbreite statt der klassischen 19 Zoll sowie der Formfaktor OCP NIC 3.0 für Netzwerkkarten. OCP-Server beziehen ihre Energie häufig über eine zentrale Stromschiene (Busbar) im Rack statt über einzelne Netzteile.
Open Compute Project
Open Compute Project (OCP) ist eine von Facebook initiierte offene Hardware-Initiative, die herstellerunabhängige, standardisierte Designs für Rechenzentren wie Server, Racks und Netzwerktechnik entwickelt und frei zugänglich macht. Seit der Gründung 2011 steuern Mitglieder wie Intel, Microsoft und Google eigene Spezifikationen bei. Die Designs verzichten auf Bauteile ohne technische Funktion, etwa Zierblenden oder Lackierungen, um Kosten und Energiebedarf zu senken. Das Open Rack definiert eine Einbaubreite von 21 Zoll und versorgt die eingebauten Systeme über eine gemeinsame Stromschiene.
PoE
PoE (Power over Ethernet) ist ein Verfahren zur Stromversorgung von Netzwerkgeräten über das Ethernet-Datenkabel, sodass keine separate Stromzuleitung nötig ist. Genormt ist es in IEEE 802.3af (bis 15,4 W), 802.3at (PoE+, bis 30 W) und 802.3bt (bis 90 W am Einspeisepunkt). Typische Verbraucher sind IP-Telefone, WLAN-Access-Points und Überwachungskameras. Modellbezeichnungen wie -24p oder -48p geben bei Switches die Anzahl der PoE-fähigen Ports an.
Port
Ein Port ist eine physische Anschlussbuchse an Netzwerkgeräten wie Switches oder Routern, in die ein Netzwerkkabel (z. B. RJ45) eingesteckt wird. Neben RJ45-Buchsen für Twisted-Pair-Kabel sind SFP- und SFP+-Steckplätze verbreitet, die wechselbare Glasfaser- oder Kupfermodule mit 1 bis 10 GBit/s aufnehmen. Im weiteren Sinne bezeichnet der Begriff auch logische Kommunikationsendpunkte in der Netzwerktechnik: TCP und UDP adressieren Dienste über Portnummern von 0 bis 65535, etwa Port 443 für HTTPS.
ProLiant
ProLiant ist eine Server-Baureihe von Hewlett Packard Enterprise (HPE) für Rack-, Tower- und Blade-Systeme im Rechenzentrums- und Unternehmensumfeld. Die Reihe wird unter anderem für Virtualisierung, Datei- und Anwendungsdienste eingesetzt. Die Modellbezeichnung nennt die Bauform: DL steht für Rack-Server, ML für Tower-Systeme und BL für Blades; der Zusatz Gen (etwa Gen10, Gen11) kennzeichnet die Gerätegeneration. Zur Fernwartung enthalten die Server den Management-Controller iLO (Integrated Lights-Out). Eingeführt wurde die Baureihe 1993 von Compaq und kam 2002 durch die Übernahme zu HP.
PWR
PWR (Power) ist eine Kurzbezeichnung für Strom bzw. Stromversorgung und kennzeichnet in Cisco-Teilenummern den Netzteil- oder Stromversorgungsslot eines Geräts. In Produktcodes verweist das Kürzel auf netzteilbezogene Komponenten. Der Aufbau folgt meist dem Muster Bauform, Wattzahl und Speiseart: PWR-C1-715WAC bezeichnet etwa ein 715-Watt-Wechselstromnetzteil der Bauform C1 für Catalyst-Switches, die Endung WDC steht für Gleichstromvarianten. Viele Catalyst-Modelle besitzen zwei solcher Slots für redundante, im laufenden Betrieb tauschbare Netzteile (Hot-Swap). Auch die Status-LED an der Gerätefront, die den Zustand der Stromversorgung anzeigt, trägt die Beschriftung PWR.
PWR-C1-BLANK
PWR-C1-BLANK ist die Cisco-Teilenummer für eine Netzteil-Leerblende im PWR-C1-Format, die einen unbelegten Netzteil-Slot in Catalyst-Switches abdeckt. Sie sorgt für korrekte Luftführung und Staubschutz im freien Steckplatz. Das C1-Format wird unter anderem in den Serien Catalyst 3850 und 9300 verwendet, deren Chassis zwei Netzteilschächte für redundante Stromversorgung besitzen. Bleibt der zweite Schacht offen, saugen die Gehäuselüfter Luft am vorgesehenen Kühlpfad vorbei, und die Kühlung der internen Komponenten verschlechtert sich. Die Blende wird ohne Werkzeug in den leeren Schacht eingeschoben und rastet dort ein.
PWR-C5-BLANK
PWR-C5-BLANK ist Ciscos Teilenummer für die Netzteil-Leerblende der Catalyst-9200-Serie (C9200 und C9200L). Sie deckt einen unbestückten zweiten PSU-Slot ab und passt unabhängig davon, ob PWR-C5- oder PWR-C6-Netzteile verbaut sind, denn beide Formate teilen dasselbe Slot-Format. Nicht zu verwechseln mit C9K-PWR-C5-BLANK für den Catalyst 9500.
PWR-C6-BLANK
PWR-C6-BLANK bezeichnet die Netzteil-Slot-Blende für das PWR-C6-Netzteilformat, das in den modularen Cisco Catalyst 9200 (Standard seit 2019) und im Catalyst 9300LM steckt. Der Slot ist baugleich mit dem PWR-C5-Format; als bestellbare Blende führt Cisco für die 9200-Serie offiziell den PWR-C5-BLANK.
Rack
Genormtes 19-Zoll-Gestell zur Montage von Server- und Netzwerkhardware in standardisierten Höheneinheiten (HE/U). Es ermöglicht eine platzsparende, geordnete Aufnahme von Geräten in Rechenzentren und Verteilerräumen. Die Maße sind in EIA-310 und IEC 60297 festgelegt: Die Frontplattenbreite beträgt 19 Zoll (482,6 mm), eine Höheneinheit misst 44,45 mm (1,75 Zoll). Übliche Serverschränke bieten 42 HE nutzbare Höhe bei Tiefen von 600 bis 1200 mm. Geräte werden über Käfigmuttern in den vertikalen Lochschienen verschraubt oder auf Teleskopschienen montiert, die das Herausziehen im Betrieb erlauben.
Rack-Blenden
Abdeckblenden (Blindpanels), die freie Höheneinheiten in einem 19-Zoll-Rack verschließen. Sie verbessern die Luftführung im Schrank, indem sie das Vermischen von Kalt- und Warmluft verhindern. Ohne Blenden strömt warme Abluft aus dem hinteren Schrankbereich durch offene Höheneinheiten zurück zu den Lufteinlässen der Geräte (Rezirkulation) und erhöht deren Ansaugtemperatur. In Rechenzentren mit Kalt-/Warmgang-Anordnung gehören sie deshalb zum Kühlkonzept. Erhältlich sind sie in Größen ab 1 HE, aus Stahlblech oder Kunststoff, zum Verschrauben mit Käfigmuttern oder als werkzeuglose Rastvariante.
Rack-Slots
Einschubplätze im 19-Zoll-Rack, gemessen in Höheneinheiten (HE/U), in die Server- oder Netzwerkgeräte eingebaut werden. Sie definieren den verfügbaren Montageraum eines Serverschranks. Eine Höheneinheit entspricht 44,45 mm (1,75 Zoll); Gerätehöhen werden als Vielfache davon angegeben, etwa 1-HE-Switches oder 2-HE-Server. Ein üblicher Schrank mit 42 HE fasst damit rechnerisch 42 flache Geräte, in der Praxis reduzieren Kabelführungspaneele, Stromverteilleisten (PDUs) und Reserveplätze die nutzbare Kapazität. Die Lochschienen sind pro Höheneinheit nummeriert, sodass Positionen in Rack-Belegungsplänen eindeutig angegeben werden können.
Rechenzentrum
Gebäude oder abgegrenzter Bereich, in dem IT-Infrastruktur wie Server, Speicher- und Netzwerksysteme zentral betrieben wird. Es umfasst zusätzlich Versorgungstechnik wie Strom, Klimatisierung und physische Sicherheit. Die Stromversorgung ist typischerweise über USV-Anlagen und Netzersatzanlagen (Dieselgeneratoren) abgesichert, die Kühlung häufig als Kalt-/Warmgang-Anordnung organisiert. Verfügbarkeit und Redundanz werden nach den Tier-Stufen I bis IV des Uptime Institute oder nach der europäischen Norm EN 50600 klassifiziert. Die Energieeffizienz beschreibt die Kennzahl PUE, das Verhältnis der Gesamtleistungsaufnahme des Rechenzentrums zur Leistungsaufnahme der IT-Systeme.
Rechenzentrums-Standards
Normen und Richtlinien für Planung, Aufbau und Betrieb von Rechenzentren, etwa zu Verfügbarkeit, Verkabelung, Energieeffizienz und Sicherheit (z. B. EN 50600, TIA-942, Uptime-Institute-Tier-Stufen). Sie legen einheitliche Anforderungen an Ausfallsicherheit und Infrastruktur fest. Die europäische Normenreihe EN 50600 (international als ISO/IEC 22237 übernommen) definiert Verfügbarkeitsklassen 1 bis 4 sowie Vorgaben zu Baukonstruktion, Stromversorgung, Klimatisierung und physischer Sicherheit. Die Tier-Stufen des Uptime Institute reichen von Tier I (einfache Versorgungspfade) bis Tier IV (fehlertolerant durch durchgängig redundante Versorgungspfade); die Energieeffizienz wird über den PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) als Verhältnis von Gesamtenergiebedarf zu IT-Last bewertet.
SD-Access
SD-Access (Software-Defined Access) ist Ciscos Architektur zur richtlinienbasierten Automatisierung von Campus-Netzwerken, bei der Benutzer- und Gerätegruppen logisch in einem Overlay-Fabric segmentiert und zentral über einen Controller (DNA Center, inzwischen Catalyst Center) verwaltet werden. Das Fabric nutzt VXLAN zur Kapselung des Datenverkehrs (Data Plane), LISP zur Standortauflösung der Endgeräte (Control Plane) und Scalable Group Tags (SGT), um Richtlinien unabhängig von IP-Adressen durchzusetzen. Makrosegmentierung erfolgt über getrennte virtuelle Netzwerke (VRF-Instanzen), Mikrosegmentierung innerhalb eines Netzes über SGTs; die Identitätszuordnung der Endgeräte übernimmt die Identity Services Engine (ISE).
SD-WAN
SD-WAN (Software-Defined Wide Area Network) ist ein softwaregesteuerter Ansatz zur Verwaltung von Weitverkehrsnetzen, der den Datenverkehr über mehrere Verbindungen (z.B. MPLS, Internet, LTE) anwendungsbasiert und zentral per Richtlinie steuert. Die Steuerungsebene ist dabei von der Datenebene getrennt: Ein zentraler Orchestrator verteilt Konfiguration und Richtlinien an alle Standorte. Die Geräte messen laufend Latenz, Jitter und Paketverlust je Verbindung und leiten jede Anwendung über den jeweils geeigneten Pfad; der Transport läuft typischerweise durch IPsec-verschlüsselte Overlay-Tunnel. Gegenüber reinen MPLS-Netzen erlaubt SD-WAN lokalen Internet-Breakout, sodass Cloud-Verkehr direkt an der Zweigstelle ausgeleitet wird.
SD-WAN-Hub
Ein SD-WAN-Hub ist ein zentraler Knoten in einer SD-WAN-Topologie (Software-Defined Wide Area Network), an den Zweigstellen (Spokes) angebunden sind und über den der Datenverkehr gebündelt sowie zwischen den Standorten vermittelt wird. Der Hub steht typischerweise im Rechenzentrum, in einer Colocation oder einer Cloud-Region und beherbergt zentrale Funktionen wie Firewall-Inspektion oder den Übergang zu zentralen Anwendungen. In einer Hub-and-Spoke-Topologie läuft Verkehr zwischen Zweigstellen über den Hub; das reduziert die Zahl der benötigten Tunnel gegenüber einem Full-Mesh, erhöht aber die Latenz für Spoke-zu-Spoke-Verbindungen. Größere Netze setzen deshalb mehrere regionale Hubs ein.
Serial
Serial bezeichnet eine serielle WAN-Schnittstelle (Wide Area Network), über die Router synchron oder asynchron Daten austauschen, beispielsweise nach dem Standard V.35. Sie wird vor allem in älteren Weitverkehrsverbindungen eingesetzt. Bei synchronen Verbindungen gibt das DCE-Gerät (etwa eine CSU/DSU) den Takt vor, während der Router als DTE arbeitet; übliche Kapselungsprotokolle sind HDLC, PPP und Frame Relay. Neben V.35 sind RS-232 und X.21 gängige physische Standards, mit Datenraten im Bereich klassischer Mietleitungen wie T1 (1,544 Mbit/s) oder E1 (2,048 Mbit/s). In heutigen Netzen sind serielle WAN-Anschlüsse weitgehend durch Ethernet-basierte Zugänge ersetzt.
Serverraum
Klimatisierter und zugangsgeschützter Raum zur Unterbringung von Server- und Netzwerk-Hardware. Er stellt durch Kühlung, Stromversorgung und physische Sicherung einen stabilen Dauerbetrieb der IT-Systeme sicher. Die Hardware ist in 19-Zoll-Racks (Rahmenbreite 482,6 mm) montiert; die Klimatisierung hält die Zulufttemperatur üblicherweise im von ASHRAE empfohlenen Bereich von 18 bis 27 °C. Zur Ausstattung gehören eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), Brandfrühesterkennung und häufig Gaslöschanlagen, die ohne Wasser löschen. Vom Rechenzentrum unterscheidet sich der Serverraum durch die Größenordnung: Er ist ein einzelner Raum innerhalb eines Gebäudes, kein eigenständiges Gebäude mit durchgängig redundanter Versorgungsinfrastruktur.
Slot
Steckplatz bzw. Einschub in einem Gerät, in den ein Erweiterungs- oder Funktionsmodul gesteckt wird. Bei Netzwerk-Hardware etwa ein Slot in einem Switch oder Chassis für Interface- oder Servicemodule. Der Slot verbindet das Modul elektrisch mit der Backplane und damit mit Stromversorgung und Switching-Fabric des Geräts. In Schnittstellenbezeichnungen wie GigabitEthernet1/0/24 gibt die erste Zahl den Slot bzw. das Stack-Mitglied an, sodass sich jeder Port eindeutig einem Einbauort zuordnen lässt. Modulare Chassis unterstützen häufig Hot-Swap: Module lassen sich im laufenden Betrieb tauschen, ohne das Gerät auszuschalten.
Slot-Typ
Bauart bzw. Format eines Steckplatzes, das festlegt, welche Module dort eingesetzt werden können. Bei Cisco-Geräten unterscheidet man etwa NIM-, SM- oder PIM-Slots mit unterschiedlicher Größe und Leistung. Der Slot-Typ bestimmt mechanische Abmessungen, Steckverbinder, Stromversorgung und die Anbindung an den internen Bus; ein Modul passt daher nur in einen Slot des passenden Typs. NIM (Network Interface Module) nimmt in ISR- und Catalyst-Edge-Routern kompakte WAN-, LTE- oder Voice-Module auf, SM (Service Module) größere Einschübe wie Compute-Module. Datenblätter nennen je Gerät Anzahl und Typ der verfügbaren Slots.
Software-Defined Access
Software-Defined Access (SDA) ist eine softwaregesteuerte Netzwerk-Zugangsarchitektur von Cisco, die Zugriffsrichtlinien und Netzwerksegmentierung zentral über eine Steuerebene definiert und automatisiert durchsetzt. Sie trennt die Richtliniensteuerung von der physischen Netzwerkverkabelung. Technisch bildet SDA ein Fabric-Overlay: VXLAN kapselt den Nutzverkehr, LISP ordnet als Steuerprotokoll Endgeräte den Fabric-Knoten zu, und Scalable Group Tags (SGT) setzen Segmentierung unabhängig von VLANs und IP-Adressen um. Verwaltet wird die Fabric über Cisco Catalyst Center (vormals DNA Center); die Authentifizierung von Nutzern und Geräten übernimmt die Identity Services Engine (ISE).
Sprachgateway
Eine Netzwerkkomponente, die Sprach- und Telefoniedienste an ein Datennetz anbindet und dabei zwischen klassischer Telefonie (z.B. analog oder ISDN) und IP-basierter Sprachübertragung (VoIP, Voice over Internet Protocol) vermittelt. Das Gateway übersetzt sowohl die Signalisierung (etwa ISDN auf SIP oder H.323) als auch den Medienstrom, der im IP-Netz als RTP-Paketstrom mit Codecs wie G.711 oder G.729 läuft. Analoge Endgeräte wie Faxgeräte oder Türsprechstellen werden über FXS-Ports angeschlossen, Amtsleitungen über FXO- oder ISDN-Schnittstellen. Praktisch relevant ist das beim Weiterbetrieb analoger Technik an All-IP-Anschlüssen nach der ISDN-Abschaltung.
SSD
SSD (Solid State Drive) ist ein Speicherlaufwerk auf Basis von Flash-Speicher ohne bewegliche Teile, das gegenüber klassischen Festplatten kürzere Zugriffszeiten und höhere Datenraten bietet. Die Daten liegen in NAND-Flash-Zellen; ein Controller verteilt Schreibzugriffe per Wear-Leveling gleichmäßig, da jede Zelle nur eine begrenzte Zahl von Schreibzyklen verträgt. Gängige Formfaktoren sind 2,5 Zoll mit SATA-Anschluss (bis etwa 600 MB/s) sowie M.2- und U.2-Module mit NVMe-Protokoll über PCIe, das mehrere Gigabyte pro Sekunde erreicht. In Servern und Rechenzentren ersetzen SSDs Festplatten vor allem bei vielen parallelen Zugriffen (hohe IOPS).
Stack
Verbund mehrerer Switches, die über dedizierte Verbindungen so gekoppelt werden, dass sie sich nach außen wie ein einziges logisches Gerät verhalten (z. B. ein Catalyst-9200-Stack) und gemeinsam verwaltet werden. Die Kopplung erfolgt über rückseitige Stacking-Ports mit speziellen Kabeln, bei Cisco etwa per StackWise-Technologie; typisch sind bis zu acht Mitglieder je Stack. Ein Mitglied arbeitet als Active und führt die Steuerungsebene, ein weiteres steht als Standby für die Übernahme im Fehlerfall bereit. Der Stack nutzt eine gemeinsame Konfiguration und Management-IP; Link-Aggregation lässt sich als Cross-Stack-EtherChannel über mehrere Mitglieder verteilen.
Stackbar
Eigenschaft eines Switches, die angibt, dass sich mehrere Geräte über Stacking-Verbindungen zu einem einzigen logischen Stack koppeln lassen. Stackbare Modelle besitzen dafür dedizierte Stack-Ports auf der Geräterückseite oder nutzen reguläre Uplink-Ports mit spezieller Konfiguration. Je nach Hersteller lassen sich meist bis zu acht Geräte koppeln; der Stack wird anschließend über eine einzige IP-Adresse und Konfiguration verwaltet. Bekannte Implementierungen sind Cisco StackWise, Aruba VSF und SummitStack von Extreme Networks. Nicht stackbare Switches müssen dagegen einzeln administriert werden.
Stacking
Verfahren, bei dem mehrere Switches über spezielle Verbindungen zu einer logischen Einheit zusammengeschaltet werden, die gemeinsam verwaltet wird und Bandbreite sowie Ausfallsicherheit erhöht. Die Stack-Kabel bilden meist eine Ringtopologie, sodass der Ausfall einer einzelnen Verbindung den Verbund nicht unterbricht. Ein gewählter Master-Switch hält die Konfiguration; fällt er aus, übernimmt automatisch ein anderes Mitglied. Typische Implementierungen sind Cisco StackWise (bis 480 Gbit/s Stack-Bandbreite bei StackWise-480), Aruba VSF und Juniper Virtual Chassis. Gegenüber modularen Chassis-Switches erlaubt Stacking eine schrittweise Erweiterung der Portanzahl.
Stackless Core
Cisco-Architektur für Core-Switches (z. B. Catalyst 4500-X), die ohne klassisches Stacking auskommt und Redundanz sowie Skalierung über andere Mechanismen wie Virtual Switching System (VSS) realisiert. Bei VSS werden zwei Geräte über einen Virtual Switch Link (VSL) zu einem logischen Switch mit gemeinsamer Control Plane gekoppelt. Nachgelagerte Switches lassen sich per Multichassis-EtherChannel an beide Geräte gleichzeitig anbinden, wodurch Spanning-Tree-Blockaden entfallen und beide Uplinks aktiv Verkehr tragen. Im Core wird diese Bauweise gewählt, weil die begrenzte Bandbreite eines Stack-Rings dort zum Engpass würde.
SummitStack
Stacking-Technologie von Extreme Networks, die mehrere Summit-Switches über dedizierte Stack-Ports zu einem einzigen logischen Gerät mit gemeinsamer Verwaltung verbindet. Sie erhöht Portdichte und Ausfallsicherheit ohne zusätzliche Management-IP-Adressen. Bis zu acht Geräte bilden dabei eine Ringtopologie, in der ein Master-Knoten die Konfiguration des gesamten Verbunds hält. Die Variante SummitStack-V nutzt statt dedizierter Stack-Ports reguläre 10-Gigabit-Ethernet-Anschlüsse, wodurch sich Stack-Mitglieder über Glasfaser auch etagen- oder gebäudeübergreifend koppeln lassen. Unterschiedliche Summit-Modelle können in einem Stack kombiniert werden, sofern sie dieselbe ExtremeXOS-Version unterstützen.
Switch
Aktives Netzwerk-Verteilergerät, das mehrere Geräte in einem lokalen Netzwerk (LAN) miteinander verbindet und Datenpakete gezielt anhand der MAC-Adressen an den jeweiligen Zielport weiterleitet. Ein Switch arbeitet auf Schicht 2 des OSI-Modells und lernt die Zuordnung von MAC-Adresse zu Port automatisch aus den Absenderadressen eingehender Frames. Anders als bei einem Hub bildet jeder Port eine eigene Kollisionsdomäne, sodass mehrere Verbindungen gleichzeitig mit voller Bandbreite laufen. Layer-3-Switches routen zusätzlich zwischen VLANs; gängige Bauformen reichen vom 5-Port-Desktop-Gerät bis zum 48-Port-Switch im 19-Zoll-Rackformat.
Switch-Serie
Produktreihe von Netzwerk-Switches eines Herstellers, deren Modelle technische Merkmale und Verwaltungskonzepte teilen, sich aber in Portanzahl, Leistung oder Funktionsumfang unterscheiden. Innerhalb einer Serie sind Betriebssystem und Kommandozeilen-Syntax einheitlich, etwa IOS bei Cisco Catalyst oder ExtremeXOS bei Extreme Summit; das vereinfacht Administration und Ersatzteilhaltung. Typische Abstufungen betreffen 24 oder 48 Ports, das PoE-Leistungsbudget, die Uplink-Geschwindigkeit (1, 10 oder 25 Gbit/s) und die Stacking-Fähigkeit. Stacking funktioniert in der Regel nur zwischen Modellen derselben Serie, nicht serienübergreifend.
T1/E1
Digitale Standleitungs-Schnittstellen der Telekommunikation auf Basis von Zeitmultiplex (TDM). T1 (Trunk Level 1) überträgt in Nordamerika 1,544 Mbit/s über 24 Kanäle zu je 64 kbit/s, E1 (E-carrier Level 1) in Europa 2,048 Mbit/s über 32 Zeitschlitze, von denen 30 für Nutzdaten bereitstehen; Zeitschlitz 0 übernimmt die Synchronisation, Zeitschlitz 16 die Signalisierung. In Deutschland basierte der ISDN-Primärmultiplexanschluss (S2M) für Telefonanlagen auf E1. Heute sind beide Techniken weitgehend durch Ethernet-Anschlüsse und SIP-Trunks abgelöst.
Uplink
Verbindung eines Netzwerkgeräts zu einem übergeordneten Gerät, etwa von einem Switch zum Kern-Switch oder Router. Weil der Uplink den gebündelten Verkehr aller Access-Ports transportiert, wird er oft als Hochgeschwindigkeitsverbindung ausgeführt, zum Beispiel über Glasfaser oder mit höherer Portgeschwindigkeit: Ein Access-Switch mit 48 Gigabit-Ports nutzt typischerweise Uplinks mit 10 Gbit/s über SFP+-Steckplätze. Das Verhältnis der summierten Access-Bandbreite zur Uplink-Bandbreite heißt Überbuchung (Oversubscription) und bestimmt, wie schnell der Uplink bei Volllast zum Engpass wird.
Uplinks
Verbindungen, über die ein Netzwerkgerät (z. B. ein Switch) an die nächsthöhere Netzwerkebene angebunden wird, etwa an einen Core-Switch oder Router. Mehrere Uplinks werden zur Bandbreitenerhöhung oder Redundanz gebündelt, standardisiert über Link Aggregation nach IEEE 802.1AX mit dem Protokoll LACP. Ohne Bündelung würde das Spanning Tree Protocol parallele Uplinks blockieren, um Schleifen im Netz zu verhindern. Führen die Uplinks zu zwei getrennten Core-Switches, kommen Verfahren wie MLAG oder Switch-Stacking zum Einsatz.
VDSL
VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) ist eine breitbandige DSL-Anschlusstechnik, die über die Kupferleitung des Telefonnetzes deutlich höhere Datenraten als ADSL ermöglicht. Die in Deutschland verbreitete Variante VDSL2 (ITU-T G.993.2) erreicht mit Vectoring bis zu 100 Mbit/s im Downstream, mit Supervectoring (Profil 35b) bis zu 250 Mbit/s; dazu wird die Glasfaser bis zum Kabelverzweiger geführt (FTTC) und nur das letzte Stück über Kupfer überbrückt. VDSL wird für schnelle Internet-WAN-Anschlüsse genutzt, wobei die erreichbare Geschwindigkeit mit der Leitungslänge abnimmt: Die Maximalraten gelten nur wenige hundert Meter um den Verteiler.
Verteilerraum
Technischer Raum, in dem die passive und aktive Netzwerk-Verteiltechnik wie Patchfelder, Switches und Verkabelung zentral zusammengeführt wird. Er bildet den Knotenpunkt der strukturierten Gebäudeverkabelung nach EN 50173 und übernimmt dort die Funktion des Etagen- oder Gebäudeverteilers. Die Komponenten sind üblicherweise in 19-Zoll-Schränken montiert; die Lage des Raums wird durch die maximale Permanent-Link-Länge von 90 Metern bei Kupferverkabelung begrenzt. Der Raum sollte gegen Staub, Wärme und unbefugten Zugriff geschützt sein, bei aktiver Technik ergänzt um Klimatisierung und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV).
VIM
VIM (Versatile Interface Modules) sind modulare Schnittstellen-Erweiterungen für Netzwerk-Switches, etwa von Extreme Networks, die zusätzliche Uplink- oder Stacking-Ports bereitstellen. Das Modul wird in einen dafür vorgesehenen Einschub des Switches gesteckt und liefert je nach Ausführung beispielsweise Ports für SFP+-Module mit 10 Gbit/s, SFP28 mit 25 Gbit/s oder QSFP28 mit 100 Gbit/s. Ein Switch-Grundgerät lässt sich damit an unterschiedliche Netzwerkanforderungen anpassen, ohne dass ein Modell mit fester Portbestückung ersetzt werden muss. Ein vergleichbares Konzept sind die Network Modules bei Cisco Catalyst-Switches.
Viptela
Viptela ist eine von Cisco übernommene SD-WAN-Technologie (Software-Defined Wide Area Network), die die zentrale, software-gesteuerte Verwaltung und Absicherung von Weitverkehrsnetzen ermöglicht. Sie trennt die Steuerungsebene von der Datenebene und bildet die Grundlage der Cisco-SD-WAN-Architektur. Cisco kaufte Viptela im Jahr 2017. Die Architektur besteht aus vManage für das Management, vSmart als Controller, vBond als Orchestrator für den Verbindungsaufbau und vEdge- bzw. cEdge-Routern an den Standorten. Routing- und Richtlinieninformationen verteilt das Overlay Management Protocol (OMP); der Nutzverkehr läuft in IPsec-Tunneln über beliebige Transportnetze wie MPLS, Internet oder Mobilfunk.
Voice-Modul
Erweiterungsbaugruppe für Netzwerk- oder Telekommunikationsgeräte, die Sprach- und Telefoniefunktionen (Voice over IP, analoge oder digitale Telefonanschlüsse) bereitstellt. Es ergänzt einen Router oder Switch um die Verarbeitung von Sprachverkehr. Typische Schnittstellen sind FXS-Ports für analoge Telefone und Faxgeräte, FXO-Ports zur Anbindung an das öffentliche Telefonnetz sowie ISDN-Anschlüsse (BRI oder PRI). Digitale Signalprozessoren (DSP) auf dem Modul wandeln Sprache in Codecs wie G.711 oder G.729 um und übernehmen die Echokompensation. Bei Cisco-Routern sind solche Module als steckbare Karten ausgeführt, etwa im VIC- oder NIM-Formfaktor.
VSB
VSB (Virtual Switch Bonding) ist die Stacking-Technologie von Extreme Networks (bzw. dem Vorgänger Brocade), mit der mehrere physische Switches zu einem logischen Gerät zusammengefasst werden. Sie wird häufig im Zusammenhang mit SummitStack als Variante der Switch-Zusammenschaltung genannt. Der Verbund erscheint im Netz mit einer gemeinsamen Management-IP-Adresse und einer Konfiguration; ein Master-Switch steuert den Stack, bei dessen Ausfall übernimmt ein Backup-Switch. Link-Aggregation lässt sich über mehrere Stack-Mitglieder verteilen, sodass der Ausfall eines einzelnen Geräts die Verbindung nicht unterbricht. Gegenüber modularen Chassis-Switches erreicht Stacking eine vergleichbare Redundanz mit einzelnen Standalone-Geräten.
WAN
WAN (Wide Area Network, Weitverkehrsnetz) bezeichnet ein Netzwerk, das geografisch entfernte Standorte über große Distanzen miteinander verbindet, etwa über Mietleitungen, MPLS oder Internet-Verbindungen. Es grenzt sich vom lokalen Netzwerk (LAN) ab, das auf einen Standort beschränkt ist. Die Übertragungsstrecken betreibt in der Regel ein Netzbetreiber, der Bandbreite als Dienst vermietet; sie ist dadurch teurer und meist geringer als im LAN. Die Latenz steigt mit der Entfernung, da die Signallaufzeit physikalisch begrenzt ist. Klassische WAN-Techniken wie Frame Relay und ATM sind heute weitgehend durch Carrier Ethernet, IP-VPNs und SD-WAN abgelöst.
WAN Edge
WAN Edge (Netzwerk-Rand zum Weitverkehrsnetz) bezeichnet den Übergangspunkt eines Standortnetzwerks zum Weitverkehrsnetz (WAN), an dem typischerweise Router oder SD-WAN-Geräte den Datenverkehr zwischen lokalem Netz und externen Verbindungen vermitteln. Am WAN Edge laufen Funktionen wie das Routing zum Provider-Netz, NAT, die Terminierung von IPsec-VPN-Tunneln und QoS-Priorisierung, da die WAN-Bandbreite knapper ist als im LAN. In der Cisco-SD-WAN-Architektur bezeichnet der Begriff zusätzlich die Edge-Router selbst (vEdge- und cEdge-Plattformen). Für Ausfallsicherheit werden häufig zwei Geräte mit Redundanzprotokollen wie VRRP oder HSRP eingesetzt.
WAN-Aggregation
WAN-Aggregation bezeichnet die Bündelung mehrerer WAN-Verbindungen an einem zentralen Knoten, um Bandbreite zu erhöhen oder Ausfallsicherheit durch redundante Pfade zu gewährleisten. Sie wird häufig an zentralen Rechenzentrums- oder Hauptstandorten eingesetzt. In Hub-and-Spoke-Topologien terminiert dort ein Aggregations-Router die Anbindungen vieler Filialen. Die Lastverteilung über die gebündelten Leitungen erfolgt pro Datenfluss, über dynamisches Routing (etwa BGP) oder bei SD-WAN regelbasiert nach Anwendung und Leitungsqualität. Fällt ein Pfad aus, leitet der Aggregationsknoten den Verkehr auf die verbleibenden Verbindungen um; die Umschaltzeit hängt vom eingesetzten Routing-Verfahren ab.
Wärmenester
Lokale Bereiche innerhalb eines Server- oder Netzwerkracks, in denen sich Abwärme staut und die Umgebungstemperatur deutlich über dem Durchschnitt liegt. Sie entstehen durch unzureichende Luftführung, etwa wenn unbelegte Höheneinheiten ohne Blindblenden bleiben und warme Abluft zur Gerätefront zurückströmt. Die ASHRAE empfiehlt für die Zuluft von IT-Geräten 18 bis 27 Grad Celsius; Wärmenester überschreiten diesen Bereich lokal und können die Lebensdauer der betroffenen Komponenten verkürzen. Gegenmaßnahmen sind Blindblenden, Bürstenleisten an Kabeldurchführungen und die Trennung von Kalt- und Warmgang.
WLAN-Infrastruktur
Gesamtheit der Komponenten eines drahtlosen Netzwerks wie Access Points, WLAN-Controller und zugehörige Verkabelung. Sie stellt die kabellose Anbindung von Endgeräten an das lokale Netzwerk bereit. Die Funkübertragung folgt der Standardfamilie IEEE 802.11 (etwa 802.11ax, vermarktet als Wi-Fi 6) in den Frequenzbändern 2,4 GHz, 5 GHz und zunehmend 6 GHz. Access Points werden meist über Power over Ethernet (IEEE 802.3af/at) versorgt, sodass am Montageort ein einzelnes Netzwerkkabel genügt; ein WLAN-Controller übernimmt zentral Kanalplanung, Roaming zwischen Access Points und Authentifizierung.
X460-G2
Modellserie der Summit-Stackable-Switches von Extreme Networks (vollständig Summit X460-G2), eingesetzt als Layer-2/Layer-3-Access- und Aggregations-Switch in Unternehmensnetzwerken. Die Geräte im 19-Zoll-Format mit einer Höheneinheit sind in Varianten mit 24 oder 48 Ports als Kupfer-, Glasfaser- und PoE-Ausführung verfügbar, jeweils mit Gigabit- und 10-Gigabit-Uplinks. Sie laufen unter dem Betriebssystem ExtremeXOS, lassen sich per SummitStack zu einem logischen Verbund von bis zu acht Einheiten stapeln und unterstützen redundante, im Betrieb wechselbare Netzteile.
X460-G2-MODULE-BLANK
Extreme-Networks-Teilenummer für eine Modul-Leerblende des Summit X460-G2, die einen nicht belegten Erweiterungs- bzw. Moduleinschub abdeckt. Der X460-G2 besitzt Steckplätze für optionale Module, etwa für zusätzliche Uplinks oder Stacking; bleibt ein Slot offen, strömt Kühlluft durch die Öffnung am vorgesehenen Weg durch das Gehäuse vorbei und die Kühlung der Innenkomponenten verschlechtert sich. Die Blende sichert so den korrekten Luftstrom, schützt vor Staub und Berührung und schließt das Gehäuse für die elektromagnetische Schirmung.
X460-G2-PWR-BLANK
Extreme-Networks-Teilenummer für eine Netzteil-Leerblende des Summit X460-G2, die einen nicht bestückten Netzteil-Slot verschließt. Der Switch besitzt zwei Einschübe für interne, im Betrieb wechselbare Netzteile; wird nur eines eingesetzt, deckt die Blende den zweiten Schacht ab. Sie sichert den Luftstrom im Gehäuse, da ein offener Schacht Kühlluft an den Komponenten vorbeileiten würde, und schützt vor Staub sowie unbeabsichtigter Berührung innenliegender Kontakte. Bei Nachrüstung eines redundanten Netzteils wird die Blende entfernt und der Slot ohne Abschalten des Geräts bestückt.
zl2
Architektur- bzw. Chassis-Bezeichnung modularer Switches der HPE-Aruba-5400R-Serie (z.B. Aruba 5412R zl2). Das Kürzel kennzeichnet die Modulbauform: zl2-Module sind nicht mit der älteren zl-Generation der Vorgängerserie 5400 zl kompatibel. Die Serie umfasst das Aruba 5406R zl2 mit sechs und das 5412R zl2 mit zwölf Modulsteckplätzen; die im Betrieb wechselbaren Module bieten unter anderem Gigabit- und 10-Gigabit-Ports sowie PoE+. Redundante Management-Module und Netzteile erlauben den Weiterbetrieb beim Ausfall einer einzelnen Komponente.