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Glossar-Kategorie

Wirtschaft & Service

Was ein Druckteil kostet, hängt an Maschinenzeit, Material und Nachbearbeitung. Diese Begriffe erklären die kaufmännische Seite von Auftragsfertigung, Kleinserie und Lieferung.

84 Begriffe in dieser Kategorie, alphabetisch sortiert.

Anschauungsprototyp

Prototyp, der ausschließlich die Form, Optik und Haptik eines Produkts darstellt, ohne funktionale oder mechanische Eigenschaften abzubilden. Er dient der Designbewertung und Abstimmung in frühen Entwicklungsphasen. Im Unterschied zum Funktionsprototyp muss das Material nicht dem Serienwerkstoff entsprechen; im 3D-Druck genügt oft kostengünstiges PLA oder Resin, das durch Schleifen, Grundieren und Lackieren an die Zieloptik angepasst wird. Typische Einsatzfelder sind Designfreigaben, Messemodelle, Ergonomietests und Kundenabstimmungen, bevor teurere Werkzeuge oder Funktionsmuster beauftragt werden.

Brandfarbe

Die charakteristische, festgelegte Hauptfarbe einer Marke, die zur visuellen Wiedererkennung in Logo, Gestaltung und Produkten eingesetzt wird. Sie ist als verbindlicher Bestandteil des Corporate Designs definiert und wird dort über Farbsysteme wie Pantone, RAL, CMYK oder HEX-Werte eindeutig festgelegt. Im 3D-Druck lässt sich eine Brandfarbe nur eingeschränkt direkt umsetzen, weil Filamente in begrenzten Standardfarbtönen lieferbar sind und Sonderfarben Mindestabnahmemengen erfordern. Farbverbindliche Werbeartikel oder Gehäuse entstehen deshalb meist durch nachträgliches Lackieren nach RAL- oder Pantone-Vorgabe.

Break-Even

Die Gewinnschwelle, bei der Erlöse und Kosten gleich hoch sind und kein Verlust mehr entsteht. Im Fertigungsvergleich bezeichnet der Break-Even die Stückzahl, ab der ein Verfahren (etwa Spritzguss gegenüber 3D-Druck) günstiger pro Teil wird. Ursache ist die Kostenstruktur: Spritzguss erfordert hohe einmalige Werkzeugkosten bei sehr niedrigen Stückkosten, der 3D-Druck kommt ohne Werkzeug aus, verursacht aber pro Teil nahezu konstante Kosten. Unterhalb des Break-Even, je nach Bauteil oft bei einigen hundert bis wenigen tausend Stück, ist der 3D-Druck für Prototypen und Kleinserien die wirtschaftlichere Wahl.

discontinued

Englisch für abgekündigt: ein Produkt (z. B. ein Drucker, Filament oder Bauteil), das vom Hersteller nicht mehr produziert oder vertrieben wird und somit nicht mehr regulär lieferbar ist. Die Abkündigung wird häufig vorab als End of Life (EOL) angekündigt, teils mit einer letzten Bestellmöglichkeit (Last Time Buy). Danach enden in der Regel auch Ersatzteilversorgung und Firmware-Support. Für abgekündigte Ersatzteile ist der 3D-Druck ein gängiger Ausweg: Das Originalteil wird vermessen oder per 3D-Scan digitalisiert und als Einzelstück nachgefertigt.

Fiberthree

Fiberthree ist ein deutscher Hersteller technischer Hochleistungsfilamente, insbesondere faserverstärkter Werkstoffe für den industriellen 3D-Druck. Das Angebot umfasst unter anderem carbon- und glasfaserverstärkte Polyamide der Produktlinie F3, darunter auch elektrostatisch ableitfähige (ESD-sichere) Varianten für die Elektronikfertigung. Typische Anwendungen sind Vorrichtungen, Greifer und Betriebsmittel, bei denen faserverstärktes Polyamid gefräste Aluminiumteile ersetzen kann. Die Verarbeitung erfordert abriebfeste Düsen aus gehärtetem Stahl sowie trockene Lagerung, da Polyamid hygroskopisch ist.

Inhouse

Bezeichnung für Tätigkeiten oder Fertigungsschritte, die im eigenen Betrieb mit eigenen Mitteln durchgeführt werden, statt sie extern zu vergeben. Steht im Gegensatz zur Auslagerung an Dienstleister (Outsourcing). Im 3D-Druck bedeutet Inhouse-Fertigung den Betrieb eigener Drucker; sie rechnet sich bei hoher, gleichmäßiger Auslastung, kurzen Iterationszyklen in der Entwicklung oder wenn Geheimhaltung die Weitergabe von CAD-Daten an Dritte ausschließt. Kapitalintensive Verfahren wie SLS oder Metalldruck werden wegen der Anlagen-, Personal- und Nachbearbeitungskosten dagegen häufig an Dienstleister vergeben.

ISO 13485

ISO 13485 ist eine internationale Norm für Qualitätsmanagementsysteme in der Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten. Sie definiert regulatorische Anforderungen für Hersteller und ist häufig Voraussetzung für die Marktzulassung medizinischer Produkte, etwa unter der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR). Die Norm baut auf der ISO 9001 auf, fordert aber zusätzlich Risikomanagement, lückenlose Dokumentation und die Rückverfolgbarkeit jeder Materialcharge. Im 3D-Druck greift sie, sobald gedruckte Teile wie Operationsschablonen oder Prothesenkomponenten als Medizinprodukt in Verkehr gebracht werden; dann müssen auch die Druckprozesse validiert werden.

IT-Reseller

Ein IT-Reseller ist ein Wiederverkäufer von IT- und Netzwerkhardware, der Produkte von Herstellern oder Distributoren bezieht und an Endkunden weiterverkauft, oft ergänzt um Beratung, Konfiguration oder Support. Im zweistufigen Vertrieb (Hersteller, Distributor, Reseller) erzielt er seine Marge aus der Differenz zwischen Einkaufskonditionen und Endkundenpreis. Reseller mit eigenen Dienstleistungen wie Installation oder Managed Services werden als Value-Added-Reseller (VAR) bezeichnet. Berührungspunkte zum 3D-Druck bestehen etwa bei Halterungen, Blenden oder Ersatzteilen für abgekündigte Hardware, die sich als Kleinserie additiv fertigen lassen, wenn Originalteile nicht mehr lieferbar sind.

Kleinserie

Kleinserie bezeichnet die Fertigung kleiner bis mittlerer Stückzahlen (etwa 5 bis 1.000 Teile), bei denen der 3D-Druck wirtschaftlicher ist als werkzeuggebundene Verfahren wie der Spritzguss, weil keine teure Form benötigt wird. Ein Spritzgusswerkzeug kostet je nach Komplexität mehrere Tausend bis Zehntausende Euro; beim 3D-Druck bleiben die Stückkosten dagegen über die gesamte Auflage nahezu konstant, der Break-even hängt von Bauteilgröße und Geometrie ab. Da kein Werkzeug geändert werden muss, lassen sich Konstruktionsstände zwischen zwei Losen ohne Zusatzkosten anpassen. Kleinserien eignen sich daher für Prototypen, Ersatzteile und Produkteinführungen.

KMU

KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) bezeichnet Betriebe unterhalb definierter Schwellen für Mitarbeiterzahl, Umsatz und Bilanzsumme. Nach der EU-Empfehlung 2003/361/EG gelten Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und höchstens 50 Mio. Euro Jahresumsatz (alternativ höchstens 43 Mio. Euro Bilanzsumme) als KMU; darunter werden Kleinstunternehmen (unter 10 Beschäftigte) und kleine Unternehmen (unter 50 Beschäftigte) abgegrenzt. Der KMU-Status entscheidet über den Zugang zu vielen Förderprogrammen und über Erleichterungen bei Berichtspflichten. Im 3D-Druck beauftragen KMU häufig externe Druckdienstleister, weil sich eigene Industrieanlagen bei geringem Teilebedarf nicht amortisieren.

Konsumgüter

Konsumgüter sind Waren, die für den privaten Endverbrauch bestimmt sind, unterteilt in Verbrauchsgüter (einmalige Nutzung) und Gebrauchsgüter (mehrfache Nutzung). Sie grenzen sich von Investitionsgütern ab, die Unternehmen zur Produktion weiterer Güter beschaffen. Im 3D-Druck umfasst dies etwa Haushaltsartikel, Spielwaren oder Zubehör; typisch ist die Personalisierung einzelner Stücke, die sich mit werkzeuggebundener Massenfertigung nicht wirtschaftlich abbilden lässt. Beim Inverkehrbringen gelten produktrechtliche Anforderungen, etwa die CE-Kennzeichnung für Spielzeug nach der EU-Spielzeugrichtlinie oder Konformitätsanforderungen bei Materialien mit Lebensmittelkontakt.

Koreva eG

Koreva eG ist die eingetragene Genossenschaft, die als Trägerin und Anbieterin hinter der 3D-Druck-Plattform elbe3D steht und in dieser Funktion als Hersteller und Verkäufer auftritt; sie ist damit Vertragspartnerin für Bestellungen, Rechnungsstellung und Gewährleistung. Die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft bündelt die Interessen ihrer Mitglieder und ist im Genossenschaftsgesetz (GenG) geregelt. Jedes Mitglied hat in der Generalversammlung grundsätzlich eine Stimme, unabhängig von der Höhe seiner Geschäftsanteile. Eine eG gehört verpflichtend einem genossenschaftlichen Prüfungsverband an, der Geschäftsführung und wirtschaftliche Verhältnisse regelmäßig prüft.

Kosten-Nutzen-Matrix

Bewertungsraster, in dem entstehende Kosten dem erzielten Nutzen gegenübergestellt werden, um Optionen oder Maßnahmen systematisch zu vergleichen und zu priorisieren. Üblich ist eine Darstellung mit zwei Achsen (Kosten und Nutzen, jeweils von niedrig bis hoch), die vier Quadranten ergibt; Maßnahmen mit hohem Nutzen bei niedrigen Kosten werden zuerst umgesetzt. Im Unterschied zur vollständigen Kosten-Nutzen-Analyse rechnet die Matrix den Nutzen nicht in Geldwerte um, sondern arbeitet mit Einstufungen. In der Fertigung hilft sie etwa bei der Entscheidung, welche Bauteile von zerspanender Fertigung auf 3D-Druck umgestellt werden.

Kostenrechner

Online-Tool, das aus eingegebenen Parametern wie Material, Volumen oder Druckzeit unmittelbar einen Preis für einen 3D-Druckauftrag berechnet. Meist lädt der Kunde eine 3D-Datei (etwa STL oder 3MF) hoch; das Tool ermittelt daraus Bauteilvolumen und Abmessungen und schätzt die Druckzeit über ein automatisches Slicing. In die Kalkulation fließen typischerweise Materialpreis pro Gramm, Maschinenstundensatz und Nachbearbeitungsaufwand ein. Gegenüber der manuellen Angebotserstellung, die oft mehrere Werktage dauert, liefert ein Kostenrechner den Preis sofort und macht Varianten wie anderes Material oder andere Stückzahl direkt vergleichbar.

Kostentreiber

Faktor mit überdurchschnittlich großem Einfluss auf die Gesamtkosten, beispielsweise Materialverbrauch, Druckzeit oder Nachbearbeitungsaufwand. Der Begriff stammt aus der Prozesskostenrechnung, wo Kostentreiber die Bezugsgrößen für die Verrechnung von Gemeinkosten sind. Im 3D-Druck ist die Maschinenlaufzeit meist der größte Kostenblock; sie wächst vor allem mit Bauteilhöhe, Volumen und Füllgrad. Wer die Kostentreiber eines Bauteils kennt, kann gezielt gegensteuern: geringerer Infill, ausgehöhlte Geometrien oder eine Druckausrichtung mit weniger Stützstrukturen senken den Preis, ohne die Funktion zu ändern.

Losgröße

Stückzahl identischer Teile, die innerhalb eines Fertigungsauftrags produziert werden. Sie bestimmt die Aufteilung von Rüst- und Stückkosten und reicht im 3D-Druck bis hinunter zur Losgröße 1. Bei werkzeuggebundenen Verfahren wie dem Spritzguss verteilen sich hohe Werkzeugkosten auf das Los, weshalb die Stückkosten mit steigender Losgröße stark fallen. Im 3D-Druck entfallen Werkzeuge, sodass die Stückkosten über weite Bereiche nahezu konstant bleiben. Daraus folgt eine typische Arbeitsteilung: kleine Lose additiv fertigen, große Serien konventionell; die Wirtschaftlichkeitsgrenze liegt je nach Bauteil oft bei einigen hundert bis wenigen tausend Stück.

Losgröße 1

Fertigungskonzept, bei dem bereits ein einzelnes Werkstück wirtschaftlich produziert werden kann, ohne Mindeststückzahl oder Mindestbestellwert. Im 3D-Druck typisch, da keine teuren Werkzeuge oder Formen pro Auftrag nötig sind: Die Bauteilgeometrie liegt nur als digitale Datei vor, eine Geometrieänderung verursacht daher keine zusätzlichen Rüstkosten. Praktische Anwendungen sind Ersatzteile für Geräte ohne lieferbare Originalteile, individuell angepasste Produkte wie Prothesen oder Zahnschienen sowie Vorrichtungen und Lehren im Werkzeugbau. Im Unterschied zur klassischen handwerklichen Einzelfertigung bleibt der Prozess dabei vollständig automatisiert.

Lot-Dokumentation

Charge- bzw. losbezogenes Protokoll, das Fertigungsdaten wie Material, Maschine und Parameter eines Produktionsloses festhält. Es dient der Nachverfolgbarkeit, etwa um Nachbestellungen identisch reproduzieren zu können. Erfasst werden üblicherweise die Materialcharge (etwa Filament- oder Pulvercharge), Maschinenkennung, Prozessparameter wie Schichthöhe und Temperaturen, Fertigungsdatum und Prüfergebnisse. Die Rückverfolgbarkeit wirkt in beide Richtungen: Erweist sich eine Materialcharge nachträglich als fehlerhaft, lassen sich alle daraus gefertigten Teile identifizieren. In regulierten Branchen wie der Medizintechnik (ISO 13485) oder der Luftfahrt ist eine lückenlose Lot-Dokumentation verbindlich gefordert.

Lot-Nummer

Eindeutige Chargennummer, die einem Produktionslos zugeordnet und meist auf dem Etikett vermerkt wird. Sie ermöglicht die Rückverfolgung gefertigter Teile zu Material und Produktionsbedingungen. Bei Filament kennzeichnet die Lot-Nummer alle Spulen aus demselben Extrusionslauf, die in Farbton und Durchmessertoleranz übereinstimmen; für mehrteilige Aufträge mit sichtbaren Flächen wird deshalb Material aus einem Lot verarbeitet, um Farbabweichungen zwischen Bauteilen zu vermeiden. In qualitätsgesicherter Fertigung, etwa nach ISO 9001, ist die Dokumentation der Lot-Nummer Teil der Chargenrückverfolgung bei Reklamationen.

Lot-Unterschiede

Abweichungen in Eigenschaften wie Farbe, Maßhaltigkeit oder Materialverhalten zwischen verschiedenen Produktionschargen. Sie entstehen durch schwankende Materialchargen, Umgebungsbedingungen oder Maschineneinstellungen. Bei Filament zeigen sie sich als leicht abweichender Farbton, veränderte Durchmessertoleranz oder anderes Fließverhalten, das angepasste Drucktemperaturen erfordern kann. Nebeneinander montierte Sichtteile aus verschiedenen Lots können erkennbar unterschiedlich ausfallen, obwohl beide Chargen innerhalb der Herstellerspezifikation liegen; zusammengehörige Bauteile werden deshalb möglichst in einem Auftrag aus derselben Charge gefertigt.

Luftpolsterfolie

Verpackungsmaterial aus Kunststofffolie mit eingeschlossenen Luftpolstern, das empfindliche Teile beim Versand vor Stößen und Druck schützt. Die Folie besteht üblicherweise aus Polyethylen (LDPE); die Luftkammern verformen sich bei Stoßbelastung und nehmen dabei Aufprallenergie auf. Gängige Noppendurchmesser liegen bei etwa 10 mm, für schwerere Teile werden größere Noppen verwendet. Im 3D-Druck ist sie zum Schutz fragiler oder filigraner Bauteile gebräuchlich, etwa bei dünnwandigen Gehäusen oder feinen Stiften; für elektronische Baugruppen gibt es antistatische Varianten.

Magdeburg

Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt an der Elbe mit rund 240.000 Einwohnern und Produktionsstandort von elbe3D. Hier werden 3D-Druckaufträge gefertigt und versendet; der Firmenname nimmt Bezug auf den Fluss Elbe. Die Stadt war im 20. Jahrhundert ein Zentrum des Schwermaschinenbaus und ist Sitz der Otto-von-Guericke-Universität, benannt nach dem Erfinder der Vakuumpumpe und der Magdeburger Halbkugelversuche. Die Fertigung vor Ort verkürzt Versandwege innerhalb Deutschlands gegenüber Import-Druckdienstleistern; Aufträge unterliegen deutschem Vertrags- und Gewährleistungsrecht.

Maschinenkosten

Kostenanteil eines Druckauftrags, der aus der Nutzung und dem Werteverzehr des Druckers entsteht, etwa durch Abschreibung, Wartung und Energie. Er wird meist anteilig über die Maschinenlaufzeit auf den Auftrag umgelegt. Grundlage ist der Maschinenstundensatz: die Summe aus Abschreibung der Anschaffungskosten über die Nutzungsdauer, Ersatzteilen wie Düsen und Bauplatten, Stromverbrauch und Stellfläche, geteilt durch die produktiven Betriebsstunden pro Jahr. Bei langen Druckzeiten übersteigen die Maschinenkosten häufig die Materialkosten, weshalb die Druckzeit den Auftragspreis stärker bestimmt als das Bauteilgewicht.

Maschinenzeit

Kostenrelevante Betriebsdauer des Druckers für einen Auftrag, gemessen von Druckbeginn bis Druckende. Sie ist die Bezugsgröße zur Kalkulation der Maschinenkosten: multipliziert mit dem Maschinenstundensatz ergibt sie den maschinenbezogenen Anteil des Auftragspreises. Die Slicer-Software berechnet die voraussichtliche Maschinenzeit vorab aus Schichthöhe, Druckgeschwindigkeit, Füllgrad und Bauteilgeometrie; eine Halbierung der Schichthöhe verdoppelt die Zeit näherungsweise. Rüstzeiten wie Aufheizen, Materialwechsel und Bauplattenreinigung zählen je nach Kalkulationsmodell zur Maschinenzeit oder werden als separate Rüstkosten ausgewiesen.

Mass Customization

Mass Customization (kundenindividuelle Massenproduktion) bezeichnet die Fertigung individuell angepasster Produkte in Serie zu Kosten, die nahe an denen der Massenfertigung liegen. Der 3D-Druck eignet sich besonders, da werkzeuglos jede Variante ohne zusätzliche Rüstkosten gedruckt werden kann: Die Geometrie kommt direkt aus CAD- oder Scandaten, und ein Bauraum kann viele unterschiedliche Teile gleichzeitig enthalten. Etablierte Beispiele sind Hörgeräteschalen, Zahnschienen und orthopädische Einlagen, die in großen Stückzahlen als Unikate additiv gefertigt werden. Beim Spritzguss würde dagegen jede Variante ein eigenes Werkzeug erfordern.

Mengenrabatt

Mengenrabatt ist ein Preisnachlass, der ab einer bestimmten Bestellmenge oder Stückzahl gewährt wird und die Stückkosten bei größeren Aufträgen senkt. Er wird meist als Staffelpreis angegeben, etwa ab 10, 25 oder 100 Stück. Im 3D-Druck entsteht der Spielraum dafür durch dichteres Verschachteln vieler Teile in einem Bauraum (Nesting bei SLS und MJF) sowie durch einmalige Rüst-, Datenaufbereitungs- und Nachbearbeitungsschritte, deren Kosten sich auf alle Teile verteilen. Anders als beim Spritzguss fällt die Kostendegression geringer aus, da keine Werkzeugkosten amortisiert werden.

Metallisierung

Metallisierung ist ein Nachbearbeitungsverfahren, bei dem auf ein Druckteil eine dünne metallische Schicht aufgebracht wird, etwa durch Galvanisieren, Sputtern oder Aufdampfen. Da Kunststoffe elektrisch nicht leitfähig sind, wird beim Galvanisieren zunächst eine leitfähige Startschicht (Leitlack oder chemisch Nickel) aufgebracht, auf der anschließend Kupfer, Nickel oder Chrom in Schichtdicken von wenigen Mikrometern bis über 100 µm abgeschieden wird. Die Beschichtung dient dekorativen Zwecken sowie der Verbesserung von Oberflächeneigenschaften wie Leitfähigkeit oder Abschirmung (EMV); zusätzlich erhöht sie Steifigkeit und Verschleißfestigkeit des Bauteils.

Mindestbestellmenge

Mindestbestellmenge (MOQ, Minimum Order Quantity) ist die kleinste Stückzahl eines Produkts, die in einem Auftrag bestellt werden kann; Bestellungen unterhalb dieser Menge werden nicht angenommen. Sie deckt fixe Auftragskosten wie Datenprüfung, Maschinenrüstung und Versandabwicklung, die unabhängig von der Stückzahl anfallen. Im 3D-Druck liegt die Mindestbestellmenge häufig bei einem Stück, da keine Werkzeuge nötig sind; beim Spritzguss beginnen Aufträge wegen der Werkzeugkosten oft erst bei mehreren hundert Teilen. Statt einer Mindestmenge setzen viele Dienstleister einen Mindestbestellwert oder einen Mindermengenzuschlag an.

Montagehilfen

Montagehilfen sind Hilfsmittel, die das Zusammenfügen von Bauteilen erleichtern, etwa durch Ausrichten, Fixieren oder Positionieren. Typische Formen sind Lehren, Bohr- und Klebeschablonen, Positionieranschläge und Halterungen für die Serienmontage. Im 3D-Druck werden sie häufig individuell gefertigt, um Montageschritte zu vereinfachen: Gedruckte Vorrichtungen aus PA12, PETG oder ABS ersetzen gefräste Aluminiumlehren und lassen sich bei Bauteiländerungen innerhalb weniger Tage neu drucken. In der Automobil- und Elektronikmontage zählen solche Vorrichtungen (Jigs and Fixtures) zu den häufigsten industriellen Anwendungen des FDM-Verfahrens.

MwSt.

MwSt. (Mehrwertsteuer) ist die in Deutschland auf Waren und Dienstleistungen erhobene Umsatzsteuer; der Regelsatz beträgt 19 Prozent und gilt auch für 3D-Druck-Dienstleistungen und gedruckte Teile. Bei Endkundenpreisen ist sie üblicherweise bereits im ausgewiesenen Preis enthalten (Bruttopreis), während im Geschäftskundenbereich Nettopreise üblich sind, da vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen die gezahlte Steuer als Vorsteuer geltend machen können. Bei Lieferungen an Unternehmen in anderen EU-Ländern mit gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer entfällt der Steuerausweis nach den Regeln der innergemeinschaftlichen Lieferung.

Nachfertigung

Nachfertigung bezeichnet das Nachbauen eines nicht mehr verfügbaren oder defekten Originalteils, häufig auf Basis von Maßaufnahme oder Reverse Engineering. Das Teil wird dazu mit Messschieber oder 3D-Scanner erfasst, als CAD-Modell rekonstruiert und anschließend gedruckt. Im 3D-Druck dient sie der Ersatzteilbeschaffung für Bauteile, die anderweitig nicht mehr erhältlich sind, etwa Kunststoffteile abgekündigter Geräteserien oder Zahnräder und Halterungen in Altmaschinen. Da keine Werkzeuge oder Gussformen nötig sind, ist die Fertigung bereits ab Stückzahl 1 wirtschaftlich. Bei fremden Konstruktionen sind gewerbliche Schutzrechte wie Patente und eingetragene Designs zu prüfen.

NDA

NDA (Non-Disclosure Agreement, deutsch Geheimhaltungsvereinbarung) ist ein Vertrag, der die Vertraulichkeit ausgetauschter Informationen zwischen den Parteien rechtlich verbindlich regelt. Typische Bestandteile sind die Definition der vertraulichen Informationen, Ausnahmen für bereits öffentlich bekanntes Wissen, die Laufzeit und oft eine Vertragsstrafe bei Verstoß. Unterschieden werden einseitige NDAs, bei denen nur eine Partei Informationen offenlegt, und gegenseitige NDAs für beidseitigen Austausch. Im Auftragsdruck schützt es vertrauliche Konstruktionsdaten und Geschäftsgeheimnisse des Kunden; unterzeichnet wird es üblicherweise, bevor CAD-Dateien oder Prototypen eines noch unveröffentlichten Produkts übermittelt werden.

Netzwerkzubehör

Sammelbegriff für Zubehör- und Ergänzungsteile rund um Netzwerk- und Rack-Hardware, etwa Blenden, Halterungen, Kabelführungen oder Befestigungselemente. Viele dieser Teile folgen dem 19-Zoll-Standard mit Höheneinheiten von 44,45 mm (1 HE), wodurch sich passende Druckteile nach festen Maßen konstruieren lassen. Im 3D-Druck werden solche Teile häufig als passgenaue Ersatz- oder Sonderlösungen gefertigt, zum Beispiel Rackeinschübe für Mini-PCs, Blindblenden oder Wandhalter für Access Points, für die es keine Serienprodukte gibt. Wegen der Abwärme in Serverschränken kommen bevorzugt wärmeformbeständige Materialien wie PETG, ASA oder ABS zum Einsatz.

Non-Disclosure Agreements

Englische Bezeichnung für Geheimhaltungsvereinbarungen (NDA), also Verträge, in denen sich die Parteien zur Vertraulichkeit über ausgetauschte Informationen verpflichten. In Deutschland setzt das Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) für den Schutz von Geschäftsgeheimnissen angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen voraus; abgeschlossene NDAs gelten als Nachweis solcher Maßnahmen. Im 3D-Druck relevant beim Austausch von Konstruktionsdaten und Auftragsfertigung: Geregelt werden dabei meist auch die Speicherung der übermittelten CAD-Dateien, der Kreis zugriffsberechtigter Mitarbeiter und die Löschung der Daten nach Auftragsabschluss.

Normprüfung

Prüfung eines Bauteils oder Verfahrens auf Einhaltung festgelegter technischer Normen, etwa von DIN-, EN- oder ISO-Standards. Sie dient dem Nachweis, dass definierte Anforderungen an Maße, Eigenschaften oder Sicherheit erfüllt sind. Im 3D-Druck betrifft das etwa Maßtoleranzen nach ISO 2768, Zugeigenschaften von Kunststoffen nach DIN EN ISO 527 oder die Normenreihe DIN EN ISO/ASTM 52900 für additive Fertigung. Geprüft wird mit Messmitteln wie Koordinatenmessgeräten oder durch zerstörende Prüfung an mitgedruckten Probekörpern. Anders als die Zertifizierung durch eine akkreditierte Stelle kann die Normprüfung auch intern im Fertigungsbetrieb erfolgen.

Oberflächenversiegelung

Aufbringen einer Schutzbeschichtung auf ein gedrucktes Bauteil, um Porosität zu schließen sowie Wasser-, Chemikalien- oder UV-Beständigkeit zu erhöhen. Kommt z. B. als Lack, Harz oder Epoxidschicht zum Einsatz. Nötig ist das vor allem bei FDM-Teilen, deren Schichtgrenzen mikroskopische Spalte aufweisen: Unversiegelt sind solche Bauteile weder wasser- noch luftdicht, und in den Schichtrillen können sich Schmutz und Keime festsetzen. Aufgetragen wird durch Streichen, Tauchen oder Sprühen; Epoxidharz eignet sich für Behälter und Funktionsteile, UV-beständiger Klarlack schützt Außenbauteile aus PLA oder PETG vor Vergilbung und Versprödung.

OEM

OEM (Original Equipment Manufacturer) ist der Originalhersteller eines Produkts oder Bauteils, dessen Komponenten unter eigenem oder fremdem Namen vertrieben werden. Ein OEM fertigt also auch Teile, die andere Firmen unter ihrer eigenen Marke verkaufen. Im Ersatzteilkontext bezeichnet OEM Originalteile des Herstellers (z. B. Cisco), im Unterschied zu Nachbau- und Aftermarket-Teilen. Für den 3D-Druck wird der Begriff dann praktisch, wenn OEM-Teile abgekündigt sind (End of Life) und nicht mehr lieferbare Komponenten additiv nachgefertigt werden. Garantie- und Supportverträge setzen allerdings häufig die Verwendung von OEM-Teilen voraus.

OEM-Blenden

OEM-Blenden sind original vom Hersteller stammende Blenden oder Abdeckungen eines Geräts, im Gegensatz zu nachgefertigten oder im 3D-Druck reproduzierten Ersatzteilen. Typische Beispiele sind Frontblenden von Servern und Switches, Laufwerks- und Slotblenden sowie Abdeckkappen an Gehäusen. Da Blenden meist rein mechanisch-optische Funktionen erfüllen und keine Elektronik enthalten, lassen sie sich nach Vermessen oder 3D-Scan gut additiv reproduzieren, etwa wenn Rastnasen abgebrochen sind oder der Hersteller die Geräteserie abgekündigt hat. Original werden solche Blenden überwiegend aus ABS oder Polycarbonat spritzgegossen.

OEM-Teile

OEM-Teile sind Originalersatzteile, die vom Hersteller des Geräts gefertigt oder freigegeben sind, im Unterschied zu Nachbau- oder Aftermarket-Teilen. Sie entsprechen in Material, Maßen und Toleranzen der Erstausrüstung, sodass Passform und Funktion ohne Anpassung stimmen; dafür liegen Preis und Lieferzeit meist über denen von Drittanbieterteilen. Nach Produktionsende eines Geräts (End of Life) sind OEM-Teile oft nicht mehr lieferbar. Der 3D-Druck schließt diese Lücke durch Nachfertigung einzelner Komponenten, wobei vor der Reproduktion gewerbliche Schutzrechte wie Design- und Patentschutz zu prüfen sind.

Ohrpassteile

Ohrpassteile sind individuell an die Ohranatomie des Trägers angepasste Bauteile für Hörgeräte, Otoplastiken oder Gehörschutz, die häufig per 3D-Scan erfasst und additiv gefertigt werden. Die Geometrie wird über eine Silikonabformung oder einen direkten Scan des Gehörgangs digitalisiert und als Datensatz modelliert. Gedruckt wird meist im SLA- oder DLP-Verfahren aus biokompatiblen, hautverträglichen Photopolymeren. Die Hörgeräteindustrie stellt individuelle Schalen heute überwiegend additiv her und zählt damit zu den frühesten Serienanwendungen des 3D-Drucks. Der passgenaue Sitz dichtet den Gehörgang ab und bestimmt Tragekomfort und akustische Wirkung.

Orthesen

Orthesen sind medizinische Hilfsmittel, die Körperteile von außen stützen, entlasten, ruhigstellen oder in ihrer Bewegung korrigieren. Im Unterschied zu Prothesen ersetzen sie keine Gliedmaßen, sondern wirken auf vorhandene Körperstrukturen. Typische Formen sind Handgelenk- und Fußheberorthesen sowie Rumpforthesen zur Skoliosebehandlung. Im 3D-Druck werden sie oft patientenindividuell auf Basis eines Körperscans gefertigt, meist im SLS-Verfahren aus Polyamid 12 oder im FDM-Verfahren. Gedruckte Gitterstrukturen machen sie leichter und luftdurchlässiger als klassische Gips- oder Tiefziehvarianten. Als Medizinprodukte unterliegen sie in Europa der Medizinprodukteverordnung (MDR).

Orthesenteile

Orthesenteile sind einzelne Bauteile oder Komponenten für medizinische Stützapparate (Orthesen), etwa Schienen, Gelenke oder Schalen. In der Orthopädietechnik werden individuell gedruckte Schalen und Schienen meist mit konfektionierten Systemgelenken, Gurten und Polstern zum fertigen Hilfsmittel kombiniert. Im 3D-Druck entstehen die Teile häufig patientenindividuell und gewichtsoptimiert: tragende Schalen aus Polyamid 12 im SLS-Verfahren, flexible Polster- und Kontaktzonen aus TPU. Topologieoptimierung und Gitterstrukturen senken das Gewicht bei gleicher Steifigkeit. Verschleißt ein einzelnes Teil, lässt es sich aus dem gespeicherten Datensatz nachdrucken, ohne die gesamte Orthese neu anzufertigen.

Orthotics

Orthotics ist der englische Sammelbegriff für orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen und Orthesen, die Körperfunktionen stützen oder korrigieren. Im additiven Fertigungskontext sind damit meist patientenindividuell gedruckte Einlagen oder Stützelemente gemeint, deren Geometrie aus einem 3D-Scan des Fußes oder Körperteils abgeleitet wird. Gedruckt wird überwiegend aus flexiblem TPU oder PA12 im SLS- oder MJF-Verfahren; über die Dichte innenliegender Gitterstrukturen lässt sich die Steifigkeit zonenweise einstellen. Gegenüber gefrästen oder tiefgezogenen Einlagen entfällt der Gipsabdruck, und der digitale Datensatz kann bei Nachbestellungen unverändert erneut gedruckt werden.

Outsourcing

Outsourcing ist die Auslagerung von Fertigungs- oder Dienstleistungsaufgaben an externe Anbieter statt deren interner Durchführung. Im 3D-Druck bezeichnet es häufig die Vergabe von Druckaufträgen an spezialisierte Dienstleister. Der Auftraggeber zahlt dabei nur pro Bauteil und spart die Investition in Maschinen, Materiallager und geschultes Personal; zugleich erhält er Zugang zu Verfahren wie SLS, MJF oder Metalldruck, deren Anlagen sechsstellige Anschaffungskosten erreichen können. Wirtschaftlich lohnt sich Outsourcing vor allem bei geringen oder unregelmäßigen Stückzahlen, während bei dauerhaft hoher Auslastung eigene Drucker (Insourcing) günstiger werden können.

Polymaker

Polymaker ist ein Filamenthersteller mit Hauptsitz in Shanghai, bekannt für Produktlinien wie PolyMax, PolyLite und das nachträglich glättbare PolySmooth. PolyLite umfasst Standardmaterialien wie PLA, PETG und ABS, während PolyMax schlagzäh modifizierte Varianten mit erhöhter Bruchfestigkeit bezeichnet. PolySmooth ist ein PVB-basiertes Filament, dessen Oberfläche sich mit Isopropanol-Dampf (etwa im herstellereigenen Gerät Polysher) glätten lässt, sodass sichtbare Schichtlinien verschwinden. Weitere Linien sind PolyMide für Nylon-Werkstoffe und PolyCast für ausschmelzbare Feingussmodelle.

Pre-Production Sample

Ein Pre-Production Sample (Vorserienmuster) ist ein vor dem Serienstart gefertigtes Musterteil, das Geometrie, Maßhaltigkeit und Funktion vor der eigentlichen Produktion bestätigt, und gilt als Freigabemuster zwischen Auftraggeber und Fertiger. Anders als ein früher Prototyp entsteht es bereits mit dem Serienverfahren, dem Serienmaterial und den endgültigen Prozessparametern; im 3D-Druck also auf derselben Maschine mit identischer Bauteilorientierung wie die spätere Serie. Erst nach schriftlicher Freigabe des Musters beginnt die Serienfertigung, sodass Abweichungen entdeckt werden, bevor Kosten für die gesamte Charge entstehen. In der Automobilindustrie ist dieses Vorgehen als Erstbemusterung (EMPB nach VDA bzw. PPAP) formalisiert.

Preisgestaffel

Eine Preisstaffelung ist eine mengenabhängige Preisbildung, bei der der Stückpreis mit steigender Bestellmenge sinkt. Sie bildet im 3D-Druck die mit der Stückzahl abnehmenden Rüst- und Fixkosten pro Teil ab: Datenaufbereitung, Maschinenrüstung und das Einrichten der Nachbearbeitung fallen einmal pro Auftrag an und verteilen sich auf alle Teile. In Pulverbettverfahren wie SLS oder MJF sinken zusätzlich die Maschinenkosten pro Teil, weil viele Bauteile dicht gepackt in einem einzigen Baujob gedruckt werden. Üblich sind feste Mengenschwellen (etwa 1, 10, 50 und 100 Stück), an denen der Stückpreis sprunghaft fällt.

Preisrechner

Ein Preisrechner ist ein Online-Konfigurator, der nach dem Hochladen einer 3D-Datei (z.B. STL) anhand von Volumen, Material, Druckverfahren und Stückzahl automatisch den Druckpreis berechnet und dem Kunden ein sofortiges Angebot ohne manuelle Kalkulation liefert. Die Software analysiert das Modell serverseitig: Sie ermittelt Bauteilvolumen und Abmessungen, prüft das Netz auf Fehler wie Löcher und schätzt die Druckzeit, aus der zusammen mit Materialverbrauch und Maschinenstundensatz der Preis berechnet wird. Der Kunde erhält so in Sekunden einen Preis, während eine manuelle Angebotserstellung oft ein bis zwei Werktage benötigt; Sonderfälle wie Nachbearbeitung oder Mehrkomponentendruck erfordern meist weiterhin eine individuelle Anfrage.

Prothesen

Prothesen sind künstliche Ersatzteile für fehlende oder funktionsgestörte Körperteile, etwa für Gliedmaßen. Im Unterschied zur Orthese, die ein vorhandenes Körperteil stützt, ersetzt eine Prothese es vollständig. Im 3D-Druck werden sie zunehmend individuell und kostengünstig gefertigt, da Geometrie und Passform patientenspezifisch anpassbar sind: Ausgangspunkt ist meist ein 3D-Scan des Stumpfs, aus dem der Prothesenschaft im CAD modelliert wird. Als patientenindividuelle Produkte gelten solche Prothesen in der EU als Sonderanfertigungen im Sinne der Medizinprodukteverordnung (MDR).

Prüflehren

Prüflehren sind Vorrichtungen zur schnellen Maß- und Formkontrolle von Bauteilen, etwa Lehren zur Prüfung von Bohrungen oder Konturen. Anders als Messgeräte liefern sie keinen Zahlenwert, sondern eine attributive Gut/Schlecht-Aussage, etwa über die Gut- und Ausschussseite einer Grenzlehre. Sie können selbst per 3D-Druck gefertigt werden, um Maße ohne aufwendige Messmittel zu kontrollieren; das lohnt sich besonders bei Kleinserien und Sonderkonturen, für die keine Normlehre existiert. Gedruckte Lehren aus formstabilen Materialien wie PETG oder carbonfaserverstärktem Nylon verschleißen schneller als Stahllehren und müssen deshalb regelmäßig gegen kalibrierte Messmittel geprüft werden.

Qualitätskontrolle

Prüfung gefertigter Bauteile auf Fehler, Vollständigkeit und Maßhaltigkeit gegen vorgegebene Sollwerte. Sie erfolgt stichprobenartig oder als 100-Prozent-Prüfung nach dem Druck oder der Nachbearbeitung. Typische Methoden im 3D-Druck sind die Sichtprüfung auf Schichtfehler und Verzug, die Maßprüfung mit Messschieber oder Lehre sowie der Soll-Ist-Vergleich per 3D-Scan gegen das CAD-Modell; innere Defekte lassen sich zerstörungsfrei nur mit Verfahren wie der Computertomographie finden. Im Unterschied zur Qualitätssicherung ist die Qualitätskontrolle rein prüfend und dem Fertigungsschritt nachgelagert; Ergebnisse werden bei Bedarf in Prüfprotokollen oder Erstmusterprüfberichten dokumentiert.

Qualitätssicherung

Gesamtheit organisatorischer und technischer Maßnahmen, die eine gleichbleibende Produktqualität über den gesamten Fertigungsprozess hinweg gewährleisten sollen. Sie umfasst neben der reinen Kontrolle auch Prozessüberwachung, Dokumentation und Vorbeugung. Im 3D-Druck gehören dazu die Kalibrierung der Drucker, festgelegte und dokumentierte Druckparameter, die trockene Lagerung und Chargenverfolgung des Materials sowie definierte Nachbearbeitungsschritte. Während die Qualitätskontrolle einzelne fertige Teile prüft, setzt Qualitätssicherung vorbeugend am Prozess an; den organisatorischen Rahmen bilden Managementsysteme nach ISO 9001, im industriellen 3D-Druck ergänzt durch additive Normen wie ISO/ASTM 52920.

Rahmenvertrag

Langfristige Liefervereinbarung im B2B-Geschäft, in der Konditionen wie Preise, Mengen und Lieferbedingungen für wiederkehrende Bestellungen verbindlich festgelegt werden. Einzelne Abrufe erfolgen anschließend ohne erneute Preisverhandlung, meist als kurzer Abrufauftrag mit Bezug auf die Vertragsnummer. Für den Besteller senkt das den Beschaffungsaufwand je Bestellung und sichert Preise über die Laufzeit; der Lieferant erhält planbare Auslastung und kann Material vorhalten. Im 3D-Druck ermöglichen Rahmenverträge das Konzept des digitalen Lagers: Bauteile liegen nur als Druckdaten vor und werden erst bei Abruf gefertigt, ohne physische Lagerhaltung.

RAL-Matching

Abstimmung der Farbe eines Materials oder Bauteils auf einen bestimmten RAL-Farbton des genormten RAL-Farbsystems. Damit wird sichergestellt, dass gefertigte Teile dem vom Kunden vorgegebenen Farbton entsprechen. RAL Classic umfasst über 200 vierstellig nummerierte Farbtöne (etwa RAL 9005 Tiefschwarz), die anhand eines physischen Farbfächers verglichen werden. Im 3D-Druck erfolgt das Matching entweder über werkseitig eingefärbtes Filament in einem passenden RAL-Ton oder durch Lackieren nach dem Druck; exakte Treffer erfordern meist die Lackierung, da Filamenthersteller nur eine begrenzte RAL-Auswahl führen und Schichtstruktur sowie Glanzgrad den Farbeindruck verschieben.

Refurbisher

Betrieb, der gebrauchte IT-Hardware fachgerecht prüft, reinigt, repariert und wiederaufbereitet, um sie als geprüfte Gebrauchtware weiterzuverkaufen. Die Ware stammt meist aus Leasingrückläufen und Firmenbeständen und wird nach der Prüfung in Zustandsklassen wie A, B oder C eingestuft. Im Unterschied zum reinen Gebrauchthändler tauscht ein Refurbisher defekte Komponenten aus und löscht Datenträger nach anerkannten Verfahren, etwa gemäß NIST 800-88 oder BSI-Vorgaben. Refurbisher bieten ihre Produkte häufig mit Garantie und Datenlöschungsnachweis an; bei Gebrauchtware darf die gesetzliche Gewährleistung in Deutschland auf zwölf Monate verkürzt werden.

Refurbishing

Professionelle Aufbereitung gebrauchter Hardware durch Prüfung, Reinigung, Reparatur und gegebenenfalls Austausch von Komponenten, um sie für den Wiederverkauf in einwandfreiem Zustand bereitzustellen. Typische Schritte sind Funktionstests, der Tausch von Verschleißteilen (bei 3D-Druckern etwa Düsen, Riemen oder Hotends) und die Einstufung in eine Zustandsklasse. Umfasst in der Regel auch eine sichere Löschung vorhandener Daten. Im Unterschied zum Remanufacturing, bei dem ein Gerät vollständig zerlegt und auf Neuzustand gebracht wird, bleibt beim Refurbishing die Grundsubstanz des Geräts weitgehend unverändert.

Repeatable Parts

Bauteile, die sich reproduzierbar in gleichbleibender Maßhaltigkeit und Qualität herstellen lassen, sodass mehrere Exemplare identisch ausfallen (Serienteile). Setzt einen kalibrierten und prozesssicher eingestellten Druckprozess voraus: festgeschriebene Slicer-Profile, konstante Druck- und Bauraumtemperatur sowie trocken gelagertes Material aus möglichst derselben Charge. Im FDM-Verfahren gelten Maßtoleranzen um ±0,2 mm als reproduzierbar erreichbar. Wiederholbare Teile sind die Voraussetzung für Kleinserien und Ersatzteilfertigung, bei denen jedes Exemplar ohne Nacharbeit in die vorgesehene Baugruppe passen muss.

Reseller

Wiederverkäufer bzw. Vertriebspartner, der Hardware oder Software von Herstellern oder Distributoren einkauft und an Endkunden weiterverkauft. Im Unterschied zum Distributor, der ausschließlich an Händler liefert, bedient der Reseller den Endkunden direkt und kalkuliert seine Marge aus Händlereinkaufskonditionen. Reseller bündeln häufig Beratung, Support und Zusatzleistungen mit dem Produkt; diese Form wird als Value-Added Reseller (VAR) bezeichnet. Im 3D-Druck-Umfeld verkaufen Reseller typischerweise Drucker, Filamente und Harze zusammen mit Schulung, Wartungsverträgen und Ersatzteilversorgung.

ROI

ROI (Return on Investment) ist die Kapitalrendite, also das Verhältnis von erzieltem Gewinn zum eingesetzten Kapital, meist als Prozentwert angegeben (Gewinn geteilt durch Investition mal 100). Im 3D-Druck dient sie zur Bewertung, ab wann sich die Anschaffung eines Druckers oder die Eigenfertigung gegenüber dem Zukauf lohnt. In die Rechnung gehen Anschaffungspreis, Material-, Strom- und Wartungskosten auf der einen sowie eingesparte Zukauf- und Stillstandskosten auf der anderen Seite ein. Eng verwandt ist die Amortisationszeit: der Zeitraum, bis die kumulierten Einsparungen die Investition decken.

Rüstkosten

Einmalige Kosten für das Einrichten eines Fertigungsverfahrens, etwa für Werkzeuge, Vorrichtungen oder die Anlagenvorbereitung. Sie fallen unabhängig von der Stückzahl an und verteilen sich daher bei kleinen Losgrößen stärker auf das Einzelteil. Beim Spritzguss bestehen die Rüstkosten vor allem aus dem Formwerkzeug, das häufig mehrere tausend Euro kostet; im 3D-Druck beschränken sie sich auf Datenaufbereitung (Slicing) und Maschinenvorbereitung. Daraus ergibt sich eine Break-even-Stückzahl: unterhalb dieser Losgröße ist der werkzeuglose 3D-Druck günstiger, oberhalb das konventionelle Verfahren.

Rüstzeit

Rüstzeit ist die Vorbereitungszeit, die vor dem eigentlichen Druck oder Auftrag anfällt, etwa für Materialwechsel, Maschineneinrichtung und Datenaufbereitung. Im FDM-Druck zählen dazu Filamentwechsel, Reinigung und Nivellierung der Bauplatte sowie das Slicing der Druckdatei; bei Harzdruckern kommen Harzwechsel und Wannenprüfung hinzu. Sie ist nicht produktive Zeit und beeinflusst Durchlaufzeit und Kosten je Auftrag: Da ihre Kosten auf die Stückzahl umgelegt werden, wiegt sie bei Einzelstücken und Kleinserien am schwersten. Weil im 3D-Druck keine auftragsspezifischen Werkzeuge oder Formen eingerichtet werden müssen, ist die Rüstzeit kürzer als bei Spritzguss oder Zerspanung.

SDB

SDB (Sicherheitsdatenblatt) ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Dokument für Gefahrstoffe, das Angaben zu Zusammensetzung, Gefahren, sicherer Handhabung, Lagerung und Entsorgung enthält. Rechtsgrundlage in der EU ist die REACH-Verordnung; der Aufbau ist einheitlich in 16 Abschnitte gegliedert, von der Stoffidentifikation über Erste-Hilfe- und Brandbekämpfungsmaßnahmen bis zu Transport- und Entsorgungsangaben. Im 3D-Druck wird es unter anderem für Harze und Filamente bereitgestellt: Fotopolymerharze sind meist als hautsensibilisierend eingestuft, das SDB nennt dafür konkrete Schutzmaßnahmen wie Nitrilhandschuhe und ausreichende Belüftung. Lieferanten müssen das SDB kostenlos und in der Landessprache des Empfängers bereitstellen.

SEPA-Überweisung

Die SEPA-Überweisung (Single Euro Payments Area) ist ein standardisiertes europäisches Verfahren für bargeldlose Euro-Banküberweisungen. Der SEPA-Raum umfasst die EU-Staaten sowie weitere Länder wie die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich; Empfängerkonten werden einheitlich über die IBAN adressiert. Eine Standard-Überweisung ist dem Empfängerkonto spätestens am folgenden Bankarbeitstag gutzuschreiben, die SEPA-Echtzeitüberweisung erfolgt innerhalb weniger Sekunden. Im 3D-Druck-Service wird sie typischerweise bei Zahlung auf Rechnung genutzt, vor allem bei Geschäftskunden mit vereinbartem Zahlungsziel; anders als bei Kartenzahlung oder Bezahldiensten fallen für den Anbieter keine prozentualen Transaktionsgebühren an.

Serienfertigung

Die Serienfertigung bezeichnet die wiederholbare Produktion identischer Teile in größeren Stückzahlen. Im 3D-Druck erfolgt sie meist über parallel betriebene oder mehrfach belegte Drucker (Druckerfarm) mit standardisierten Prozessparametern; das Baufeld wird dabei häufig mit mehreren Kopien desselben Bauteils gefüllt. Da keine Werkzeuge oder Gussformen angefertigt werden müssen, ist additive Serienfertigung vor allem bei Stückzahlen von etwa zehn bis einigen tausend Teilen wirtschaftlich; oberhalb davon wird meist Spritzguss günstiger. Reproduzierbarkeit wird über festgelegte Druckprofile, gleichbleibende Materialchargen und dokumentierte Prozessparameter abgesichert.

Serienproduktion

Serienproduktion ist die Fertigung von Bauteilen in größeren, gleichbleibenden Stückzahlen mit reproduzierbaren Prozessparametern und Qualität. Sie steht im Gegensatz zu Prototyping oder Einzelfertigung: Während ein Prototyp Form und Funktion prüft, müssen Serienteile über alle Chargen hinweg dieselben Maße, Materialeigenschaften und Oberflächen aufweisen. Der Übergang vom Prototyp zur Serie erfordert daher eingefrorene Druckparameter, dokumentierte Materialchargen und meist eine Erstmusterprüfung. Bei Pulververfahren wie SLS sinken die Stückkosten in der Serie, weil der Bauraum mit vielen verschachtelten Teilen gleichzeitig gefüllt wird (Nesting).

Serienstückzahl

Die Serienstückzahl ist die Anzahl identischer Bauteile, die in einer Serienfertigung produziert werden. Sie ist eine zentrale Größe für Kalkulation, Verfahrenswahl und Wirtschaftlichkeit eines Auftrags: Beim 3D-Druck bleiben die Stückkosten über die Menge nahezu konstant, weil keine Werkzeugkosten anfallen; beim Spritzguss verteilen sich hohe Formkosten auf die Stückzahl, sodass die Stückkosten mit steigender Menge sinken. Der wirtschaftliche Umschlagpunkt liegt je nach Bauteilgröße und Geometrie oft bei einigen hundert bis wenigen tausend Teilen. Innerhalb des 3D-Drucks senken höhere Serienstückzahlen den Stückpreis vor allem durch bessere Bauraumauslastung und die Umlage der Rüstzeit auf mehr Teile.

SKU

SKU (Stock Keeping Unit) ist eine eindeutige Artikel- bzw. Lagerhaltungsnummer zur Identifikation eines Produkts oder einer Variante. Jede verkaufsrelevante Variante erhält eine eigene SKU: Ein Filament in vier Farben und zwei Spulengrößen ergibt acht Nummern. Im Unterschied zur global genormten EAN/GTIN vergibt jedes Unternehmen seine SKUs selbst, sie gelten nur innerhalb des eigenen Warenwirtschaftssystems. Im Produkt-Schema wird die Nummer im sku-Feld hinterlegt und für die Bestands- und Bestellverwaltung genutzt.

Sofortpreis

Sofortpreis ist ein automatisch und in Sekunden online berechneter Endpreis für einen 3D-Druckauftrag, der direkt aus der hochgeladenen Datei und den gewählten Parametern abgeleitet wird. Der Preisrechner analysiert dazu die 3D-Datei (etwa STL oder 3MF), bestimmt Volumen und Abmessungen und schätzt die Druckzeit; Material, Schichthöhe, Füllgrad und Stückzahl fließen als Parameter ein. Ändert der Kunde eine Einstellung, wird der Preis sofort neu berechnet. Der Sofortpreis ersetzt eine manuelle Angebotserstellung mit Wartezeit.

Spare Part

Spare Part ist die englische Bezeichnung für ein Ersatzteil, das ein defektes oder verschlissenes Bauteil ersetzt. Im 3D-Druck werden Spare Parts auf Abruf gefertigt: Statt Teile physisch zu lagern, wird nur die CAD-Datei vorgehalten (digitales Ersatzteillager) und erst bei Bedarf gedruckt. Das eignet sich besonders für abgekündigte Bauteile ohne Hersteller-Nachschub; fehlt die Konstruktionsdatei, wird das Originalteil per 3D-Scan rekonstruiert. Bei Cisco werden Ersatzteil-Bestellnummern durch ein angehängtes Gleichheitszeichen ('=') am Ende der Teilenummer gekennzeichnet.

Staffelpreis

Staffelpreis ist ein nach Bestellmenge gestaffelter Stückpreis, bei dem der Preis pro Einheit mit steigender Abnahmemenge sinkt (Mengenrabatt). Im 3D-Druck entsteht der Rabatt vor allem dadurch, dass einmalige Rüstkosten wie Dateiprüfung, Slicing und Maschinenvorbereitung auf mehr Teile verteilt werden und der Bauraum eines Druckjobs voller ausgelastet wird. Üblich sind Preisstufen etwa bei 1, 10, 50 und 100 Stück; meist gilt der Stückpreis der erreichten Stufe für die gesamte Bestellmenge.

Staffelpreise

Staffelpreise sind eine Preisstruktur mit mehreren mengenabhängigen Preisstufen, bei der größere Bestellmengen einen niedrigeren Stückpreis ergeben. Zwei Abrechnungsmodelle sind gebräuchlich: Beim Gesamtmengenmodell gilt der Preis der erreichten Stufe für alle bestellten Einheiten, beim Intervallmodell wird jede Stufe nur für die in sie fallende Teilmenge berechnet. Online-Preisrechner für 3D-Druck zeigen Staffelpreise oft als Tabelle neben dem Sofortpreis an, damit der Kunde den Preisunterschied einer höheren Stückzahl vor der Bestellung vergleichen kann.

Stichprobenprüfung

Stichprobenprüfung ist eine Qualitätsprüfung, bei der nur ausgewählte Teile einer Charge statt aller Werkstücke geprüft werden. Aus dem Ergebnis der Stichprobe wird auf die Qualität der gesamten Produktion geschlossen. Stichprobenumfang und Annahmekriterien werden häufig nach ISO 2859-1 über die annehmbare Qualitätsgrenzlage (AQL) festgelegt; die Losgröße bestimmt, wie viele Teile zu prüfen sind. Gegenüber einer 100-Prozent-Prüfung senkt das Verfahren den Prüfaufwand, lässt aber ein Restrisiko unentdeckter Fehler zu. Bei 3D-gedruckten Serien werden an den gezogenen Teilen typischerweise Maßhaltigkeit, Gewicht und Oberflächenqualität kontrolliert.

Stückkosten

Die gesamten Kosten, die auf ein einzelnes produziertes Bauteil entfallen, einschließlich Material, Maschinenlaufzeit, Energie, Nacharbeit und anteiliger Fixkosten. Sie sinken bei 3D-Druck typischerweise nicht stark mit der Stückzahl, da kaum Skaleneffekte wie bei werkzeuggebundener Fertigung auftreten. Beim Spritzguss verteilen sich die Werkzeugkosten auf alle produzierten Teile, sodass die Stückkosten mit steigender Auflage stark fallen; im 3D-Druck bleiben Druckzeit und Materialeinsatz pro Teil nahezu konstant. Daraus ergibt sich ein Break-even-Punkt: Einzelstücke und Kleinserien sind additiv meist günstiger, größere Serien werden werkzeuggebunden wirtschaftlicher.

Sunlu

Chinesischer Hersteller von 3D-Druck-Zubehör, der vor allem für Filamente sowie Filament-Trockner wie den Sunlu S1 bekannt ist. Die Trockner reduzieren die Feuchteaufnahme hygroskopischer Materialien wie PLA, PETG oder Nylon: Die Spule liegt während des Drucks in einem beheizten, geschlossenen Gehäuse und wird direkt daraus abgerollt. Feuchtes Filament bildet beim Aufschmelzen Dampfblasen in der Düse, erkennbar an Knistern, Stringing, rauen Oberflächen und verringerter Schichthaftung. Neben Trocknern umfasst das Sortiment Standardfilamente in 1,75 mm sowie 3D-Stifte und Resin.

Systemhäuser

IT-Dienstleister, die Hardware, Software und Dienstleistungen bündeln und Kunden bei Planung, Beschaffung, Installation und Betrieb von IT-Systemen unterstützen. Vom reinen Hardware-Reseller unterscheidet sich ein Systemhaus durch Beratung, Integration und laufenden Betrieb, häufig als Managed Services mit monatlichen Pauschalen. Typische Kunden sind kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung. Im Fertigungskontext treten Systemhäuser als Abnehmer von Ersatz- und Zubehörteilen auf, etwa gedruckten Blindabdeckungen, Halterungen oder Adaptern für Netzwerk- und Serverhardware.

Systemintegrator

Dienstleister, der einzelne Hard- und Softwarekomponenten zu einem funktionsfähigen Gesamtsystem zusammenstellt, einrichtet und in die bestehende Infrastruktur einbindet. Zum Leistungsumfang gehören Anforderungsanalyse, Konfiguration, Schnittstellenanpassung, Test und Dokumentation; die Verantwortung für das Zusammenspiel der Komponenten liegt beim Integrator, nicht bei den einzelnen Herstellern. Im Unterschied zum Systemhaus liegt der Schwerpunkt auf dem Projektgeschäft, weniger auf Handel und laufendem Betrieb. In der Fertigung binden Systemintegratoren beispielsweise Maschinen und 3D-Drucker an ERP- oder MES-Systeme an.

Teilenummer

Eindeutige Hersteller-Artikel- bzw. Bestellnummer eines Bauteils oder Ersatzteils (z. B. C9200-NM-BLANK), die der zweifelsfreien Identifikation und Beschaffung dient. Anders als die Seriennummer bezeichnet sie den Bauteiltyp, nicht das einzelne Exemplar; Änderungsstände werden oft durch Suffixe unterschieden. Teilenummern verknüpfen Stücklisten, ERP-Systeme und Ersatzteilkataloge miteinander. Für den 3D-Druck ist sie relevant, wenn abgekündigte Originalteile nicht mehr lieferbar sind: Die Nummer dient dann als eindeutige Referenz für Nachkonstruktion und Nachfertigung des Teils.

Toleranzprotokoll

Dokumentiertes Messprotokoll, das die tatsächlich ermittelten Maße eines Bauteils (z.B. den Durchmesser einer Spule) mit den zulässigen Toleranzen vergleicht und so die Maßhaltigkeit belegt. Es enthält üblicherweise Nennmaß, Istmaß, Toleranzgrenzen, das verwendete Messmittel (etwa Messschieber, Bügelmessschraube oder Koordinatenmessgerät) sowie Prüfer und Prüfdatum. Als Bezugsgröße dienen Zeichnungsangaben oder Allgemeintoleranzen nach ISO 2768. Im 3D-Druck belegt ein Toleranzprotokoll vor allem Passmaße für Bohrungen und Steckverbindungen, da FDM-Bauteile verfahrensbedingt Abweichungen im Bereich einiger Zehntelmillimeter aufweisen können.

UHU Stic

Markenname eines Klebestifts, der als Haftvermittler auf das Druckbett aufgetragen wird, um die Haftung der ersten Schicht zu verbessern. Übliches Hausmittel besonders bei Glas- und PEI-Betten. Der wasserlösliche Kleber wird dünn auf das kalte oder leicht erwärmte Bett aufgetragen und lässt sich nach dem Druck mit einem feuchten Tuch entfernen. Bei PETG und TPU auf PEI-Beschichtungen wirkt die Schicht zugleich als Trennmittel: Sie verhindert, dass das Material zu fest anhaftet und beim Ablösen die Beschichtung beschädigt.

Verbrauchsstoff

Material, das im Fertigungsprozess verbraucht und laufend nachbeschafft werden muss, etwa Filament, Resin, Reinigungsalkohol oder Stützmaterial. Verbrauchsstoffe fließen als variable Materialkosten in die Kalkulation eines Druckauftrags ein. Dabei zählt nicht nur das Material im fertigen Bauteil, sondern auch Ausschuss durch Fehldrucke, Stützstrukturen und Spülvorgänge beim Materialwechsel. Abzugrenzen sind Verschleißteile wie Düsen oder PTFE-Schläuche, die sich über viele Druckzyklen abnutzen, sowie Anlagegüter wie der Drucker selbst, die über Abschreibungen in den Maschinenstundensatz eingehen.

Vorstückmuster

Seriennahes Bauteilmuster, das vor der endgültigen Serienfreigabe unter produktionsnahen Bedingungen gefertigt und geprüft wird. Es dient dem Nachweis, dass Werkzeuge, Prozess und Qualität für die Serie geeignet sind. Im Unterschied zum Prototyp, der auch mit abweichenden Verfahren entstehen darf (etwa 3D-Druck statt Spritzguss), wird ein Vorstückmuster mit dem vorgesehenen Serienwerkzeug und Serienmaterial hergestellt. Die Prüfergebnisse werden häufig in einem Erstmusterprüfbericht (EMPB) dokumentiert, der in der Automobilindustrie nach VDA Band 2 oder PPAP Teil der Bemusterung ist.

Wärmekanone

Eine Wärmekanone ist ein Heißluftgerät, mit dem die Oberfläche eines Druckteils lokal erhitzt und geglättet wird, etwa um Schichtlinien zu reduzieren. Sie wird in der Nachbearbeitung eingesetzt, erfordert jedoch Vorsicht, da zu hohe Temperaturen das Bauteil verformen können. In der Praxis dient sie vor allem dazu, feine Fäden (Stringing) durch kurzes Überstreichen wegzuschmelzen. Da PLA bereits ab etwa 60 °C erweicht, sind nur kurze Impulse aus einigem Abstand zulässig. Für das gleichmäßige Glätten ganzer Flächen ist chemisches Glätten, etwa mit Acetondampf bei ABS, besser geeignet.

Werktage

Arbeitstage von Montag bis Freitag, ausgenommen gesetzliche Feiertage, die als Grundlage für die Berechnung von Liefer- und Bearbeitungszeiten dienen. Wochenenden zählen nicht als Werktage. Ein am Freitag erteilter Auftrag mit fünf Werktagen Bearbeitungszeit ist demnach erst am Freitag der Folgewoche fertig. Da gesetzliche Feiertage in Deutschland je nach Bundesland abweichen, kann sich die tatsächliche Lieferzeit regional unterscheiden. Im deutschen Recht zählt der Samstag zwar als Werktag, im Versandhandel und bei Fertigungsdienstleistern ist jedoch die Zählung Montag bis Freitag üblich.

Zykluszeit

Gesamte Zeit, die für die Fertigung eines einzelnen Teils benötigt wird, einschließlich Druck-, Rüst- und Nebenzeiten. Sie ist eine wichtige Kenngröße zur Kalkulation von Durchsatz und Stückkosten in der Produktion. Zu den Nebenzeiten zählen im 3D-Druck Aufheizen, Kalibrierung, Bauteilentnahme und Abkühlphasen; beim SLS-Verfahren kann die kontrollierte Abkühlung des Pulverkuchens ähnlich lange dauern wie der Baujob selbst. Werden mehrere Teile gemeinsam auf einer Bauplatte gefertigt (Nesting), verteilen sich Rüst- und Heizzeiten auf alle Teile und die Zykluszeit pro Stück sinkt.

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