SLS
SLS (Selective Laser Sintering, selektives Lasersintern) ist ein pulverbasiertes 3D-Druckverfahren, bei dem ein Laser feines Kunststoffpulver – meist Polyamid 12 (PA12) – Schicht für Schicht lokal verschmilzt. Da das umliegende Pulver jede Lage stützt, kommt SLS ohne Stützstrukturen aus und liefert mechanisch gleichmäßigere Bauteile als FDM.
So läuft der Sinterprozess ab
Der Bauraum wird zunächst knapp unter den Schmelzpunkt des Pulvers vorgeheizt. Ein Beschichter zieht dann eine dünne Pulverlage von etwa 0,1 mm über die Baufläche, und der Laser bringt genau dort Energie ein, wo der Bauteilquerschnitt liegt – das Pulver versintert zu festem Kunststoff. Schicht für Schicht senkt sich die Plattform ab, bis der komplette Baujob im sogenannten Pulverkuchen steckt. Nach einer kontrollierten Abkühlphase werden die Teile ausgepackt, entpulvert und meist mit Glasperlen gestrahlt. Unverschmolzenes Pulver lässt sich anteilig mit Neupulver gemischt wiederverwenden. Neben PA12 sind unter anderem PA11, glasgefüllte Polyamide und flexible TPU-Pulver verbreitet.
Was SLS-Bauteile auszeichnet
- Nahezu isotrope Festigkeit: Beim Sintern verschmelzen die Lagen großflächig; die Belastbarkeit ist in alle Raumrichtungen deutlich gleichmäßiger als bei FDM.
- Keine Stützstrukturen: komplexe Geometrien, Hinterschnitte und sogar bewegliche Baugruppen entstehen in einem Stück.
- Serientauglichkeit: der Bauraum lässt sich dreidimensional dicht mit vielen Teilen füllen (Nesting).
- Oberfläche: matt und leicht rau, dafür gut färbbar – etwa durch Schwarzfärben im Tauchbad.
Wann SLS die bessere Wahl ist – und wann FDM reicht
Wenn du funktionale Bauteile mit komplexer Geometrie, Kleinserien oder Teile mit gleichmäßiger Festigkeit in alle Richtungen brauchst, ist SLS eine ausgezeichnete Option. Dem stehen ein aufwendigerer Prozess, eine begrenzte Materialauswahl und die raue Oberfläche gegenüber. Die leicht poröse Oberfläche nimmt zudem Feuchtigkeit und Schmutz auf; wo es auf dichte, glatte Flächen ankommt, helfen Versiegeln oder chemisches Glätten. Für Einzelstücke, große Bauteile, farbige Modelle oder schnelle, günstige Prototypen ist FDM meist die wirtschaftlichere Lösung – ein gut ausgerichteter Filamentdruck liefert dort oft völlig ausreichende Ergebnisse.
elbe3D fertigt selbst im FDM-Verfahren und hilft dir bei der Einordnung, ob dein Bauteil davon profitiert oder ein Fall für das Lasersintern ist.
Auch bekannt als: Selektives Lasersintern · Selective Laser Sintering
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