Passform
Passform beschreibt, wie zwei Bauteile ineinandergreifen: Bei einer Spielpassung bleibt bewusst Luft zwischen den Teilen, bei einer Übergangspassung sitzen sie nahezu spielfrei, und bei einer Presspassung werden sie mit Kraft gefügt und halten durch Klemmung. Im FDM-3D-Druck erreichst du die gewünschte Passung über gezielt einkonstruierte Spaltmaße.
Die drei Passungsarten im Überblick
Welche Passung du brauchst, hängt von der Funktion ab. Eine Spielpassung lässt Teile frei gegeneinander bewegen — etwa einen Deckel, ein Scharnier oder eine Welle, die sich drehen soll. Die Übergangspassung sitzt saugend: Die Teile lassen sich von Hand fügen und wieder trennen, wackeln aber nicht. Eine Presspassung hält dauerhaft über Reibung und Klemmkraft, zum Beispiel ein eingepresstes Kugellager, eine Aufnahme für Gewindeeinsätze oder ein Passstift.
Passungen für den FDM-Druck konstruieren
Anders als in der zerspanenden Fertigung erreichst du im FDM-Druck keine ISO-Passungen im Hundertstelbereich. Stattdessen konstruierst du einen definierten Spalt zwischen den Fügepartnern. Als Startwerte pro Seite haben sich folgende Richtwerte bewährt:
| Passungsart | Spalt pro Seite | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Spielpassung | 0,2–0,4 mm | Deckel, Scharniere, bewegliche Teile |
| Übergangspassung | 0,1–0,2 mm | Steckverbindungen, Gehäusehälften |
| Presspassung | 0 mm bis ca. 0,05 mm Übermaß | Lager, Stifte, dauerhafte Verbindungen |
Bohrungen fallen im FDM-Druck fast immer etwas kleiner aus als konstruiert, weil sich das Material beim Abkühlen nach innen zieht — konstruiere Löcher daher lieber einen Tick größer oder reibe sie nach. Auch das Material spielt eine Rolle: ABS und ASA schrumpfen stärker als PLA oder PETG.
Typische Fehler und Tipps
- Elephant Foot einplanen: Die erste Schicht wird oft leicht breitgedrückt und stört Passungen am Bauteilrand. Eine kleine Fase an der Unterkante schafft Abhilfe.
- Druckrichtung beachten: Toleranzen in der XY-Ebene verhalten sich anders als entlang der Z-Achse. Passflächen druckst du am besten in einer Ebene.
- Testkörper drucken: Ein kleiner Toleranztest mit abgestuften Spaltmaßen kostet wenig Zeit und liefert dir verlässliche Werte für deine Kombination aus Drucker und Material.
- Presspassungen nicht überziehen: Zu viel Übermaß spaltet FDM-Teile entlang der Schichtlinien. Lege die Passung lieber knapp aus und arbeite bei Bedarf nach.
Bei elbe3D prüfen wir passungsrelevante Geometrien vor dem Druck und beraten dich bei der Wahl sinnvoller Spaltmaße für dein Bauteil.
Auch bekannt als: Fit
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