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Infill-Muster

Das Infill-Muster legt fest, in welcher Geometrie der Slicer den Raum zwischen den Außenwänden auffüllt. Jedes Muster verteilt dieselbe Materialmenge anders im Bauteil, deshalb ändern sich mit der Auswahl Steifigkeit, Druckzeit, Geräuschentwicklung und das Verhalten unter Last, obwohl die eingestellte Fülldichte gleich bleibt. Gängige Slicer bieten mehr als ein Dutzend Muster an, im Alltag brauchst du davon eine Handvoll.

Flächige und räumliche Muster

Zweidimensionale Muster wie Linien, Gitter oder Dreiecke verlaufen in jeder Schicht in derselben Ebene. Gestapelt ergeben sie senkrechte Innenwände, die Druckkräfte gut in Richtung Bauplatte ableiten, quer dazu aber wenig aushalten. Dreidimensionale Muster wie Gyroid oder Cubic verschieben ihren Verlauf von Schicht zu Schicht und bauen ein räumliches Fachwerk auf, das Lasten aus wechselnden Richtungen gleichmäßiger aufnimmt. Deutlich wird dieser Unterschied allerdings erst bei höheren Fülldichten. Bei sehr dünner Füllung ist jedes Muster so weitmaschig, dass die Zahl der Perimeter die Festigkeit bestimmt und die Musterwahl kaum noch ins Gewicht fällt.

Das Muster bestimmt die Düsenbahn

Ein Gitter kreuzt sich innerhalb einer Schicht. Die Düse fährt über bereits abgelegtes Material und schiebt es zur Seite: bei hoher Dichte hörst du das als Klopfen, sichtbar als kleine Materialansammlung an den Kreuzungspunkten. Gyroid kommt ohne solche Überfahrten aus, dafür fährt der Druckkopf permanent Kurven und erreicht die eingestellte Geschwindigkeit selten. Waben und Dreiecke bringen viele Richtungswechsel mit und kosten Zeit, reine Linienfüllung hat die längsten geraden Bahnen und ist unter den flächig füllenden Mustern am schnellsten.

Auswahl nach Anwendungsfall

Für Anschauungsmodelle und Deko reicht Lightning (auch Blitz genannt): Dieses Muster baut nur unter den Deckschichten baumartige Stützen auf und lässt den Rest hohl. Es spart Material und Zeit, liefert aber kaum Festigkeit. Funktionsteile aus PETG oder PA12, die aus wechselnden Richtungen belastet werden, bekommen bei uns Gyroid oder Cubic. Bei TPU vermeidest du kreuzende Muster, weil das weiche Filament an den Überfahrten geschoben statt abgelegt wird; Gyroid oder eine konzentrische Füllung halten das Teil zudem nachgiebig. Wichtig ist außerdem der Abstand der Stützpunkte unter der obersten Schicht: Muster mit weiten Maschen zwingen die Deckschichten zu langen Überbrückungen und hinterlassen eine wellige Oberfläche.

Was das Muster nicht leisten kann

Kein Füllmuster ändert die Schwachstelle des FDM-Drucks: Die Haftung zwischen den Schichten bleibt geringer als die Festigkeit innerhalb einer Schicht. Bricht ein Teil an einer bestimmten Stelle, hilft meist eine andere Druckausrichtung, eine zusätzliche Wandlinie oder ein zäheres Material mehr als der Wechsel von Gitter auf Gyroid. Wir bei elbe3D in Magdeburg fragen nach der Belastungsrichtung, bevor wir Muster und Dichte festlegen, und drucken im Zweifel eine Testvariante.

Auch bekannt als: Füllmuster · Infill-Typ · infill pattern

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