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Druckparameter

Druckgeschwindigkeit

Die Druckgeschwindigkeit gibt an, wie schnell sich der Druckkopf beim Extrudieren bewegt — gemessen in Millimetern pro Sekunde (mm/s). Sie beeinflusst Druckzeit und Qualität direkt: Höhere Geschwindigkeiten verkürzen den Druck, führen aber zu rauerer Oberfläche, Schwingungsartefakten und schlechterer Schichthaftung, wenn Hotend und Mechanik nicht mithalten.

Eine Zahl, viele Geschwindigkeiten

Im Slicer gibt es nicht die eine Druckgeschwindigkeit, sondern separate Werte je Bereich: Außenwände werden langsam gedruckt, weil sie die sichtbare Oberfläche bilden. Das Infill darf schnell laufen, weil es im Inneren unsichtbar bleibt. Die erste Schicht wird stark gedrosselt, damit sie sicher haftet. Leerfahrten (Travel) laufen unabhängig davon mit maximalem Tempo.

BereichKlassischer DruckerModerner Highspeed-Drucker
Erste Schicht20–30 mm/sca. 50 mm/s
Außenwand30–50 mm/s150–200 mm/s
Infill60–80 mm/s200–300 mm/s

Der wahre Flaschenhals: der Volumenstrom

Ob eine Geschwindigkeit funktioniert, entscheidet nicht die mm/s-Zahl allein, sondern der Volumenstrom in mm³/s — rechnerisch Geschwindigkeit × Schichthöhe × Linienbreite. Das Hotend kann nur eine begrenzte Menge Kunststoff pro Sekunde aufschmelzen. Wird dieser Wert überschritten, kommt zu wenig Material an (Unterextrusion), egal wie schnell die Achsen fahren. Standard-Hotends schaffen grob 10–15 mm³/s, Highflow-Hotends deutlich mehr.

Der zweite limitierende Faktor ist die Mechanik: Schnelle Richtungswechsel regen den Rahmen zu Schwingungen an, die als Wellenmuster (Ringing oder Ghosting) auf der Oberfläche sichtbar werden. Moderne Drucker kompensieren das per Input Shaping — sie vermessen ihre Eigenschwingungen und steuern gezielt dagegen. Erst diese Technik macht die hohen Geschwindigkeiten aktueller CoreXY-Maschinen praktisch nutzbar. Hinzu kommt die Beschleunigung (mm/s²): Bei kleinen Bauteilen mit vielen Richtungswechseln erreicht der Druckkopf die eingestellte Höchstgeschwindigkeit ohnehin selten — dann bestimmen die Beschleunigungswerte die tatsächliche Druckzeit stärker als die nominelle Geschwindigkeit.

Was das für dein Bauteil bedeutet

Für Sichtteile und hohe Maßhaltigkeit lohnt es sich, Außenwände bewusst langsamer zu drucken. Bei Funktionsteilen zählt eher eine saubere Schichtverschweißung als das letzte Quäntchen Tempo — zu schnelles Drucken kostet messbar Festigkeit. Bei elbe3D werden die Geschwindigkeitsprofile je nach Anwendung gewählt: schnell, wo es die Qualität erlaubt, langsam, wo dein Bauteil es braucht.

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