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Advanced3D-Druck Magdeburg

TPU 95A — 3D-Druck Guide

Flexibles Filament: gummiartige Elastizität, Stoßdämpfung, chemikalienbeständig. Für Dichtungen, Griffe, Schutzhüllen.

Eigenschaften

Zugfestigkeit

~25–40 MPa

Wärmeformbeständigkeit

70–80°C

Flexibilität

hoch

UV-Stabilität

mittel

Druckbarkeit

mittel

Lebensmittelkontakt

Nein

Typische Anwendungen

  • Dichtungen
  • Handyschutzhüllen
  • Griffe
  • Stoßdämpfer
  • Orthopädische Einlagen
  • Schlauchverbinder

Vor- & Nachteile

+Vorteile

  • Flexibel und gummiartig elastisch
  • Hervorragende Stoßdämpfung
  • Abrieb- und chemikalienbeständig
  • Reißfest und langlebig

Nachteile

  • Nur langsam druckbar
  • Keine scharfen Detailkanten
  • Direct-Drive-Extruder empfohlen

Verfügbare Farben

Schwarz
Weiß
Transparent

Flexible Bauteile aus dem 3D-Drucker schließen die Lücke zwischen starrem Kunststoff und Gummi: Dichtungen, Dämpfer, Schutzabdeckungen oder griffige Auflagen, die sich biegen lassen und immer wieder in ihre Ausgangsform zurückkehren. Wenn du TPU drucken lassen möchtest, bekommst du bei elbe3D genau das — professionell gefertigte Elastomer-Teile ohne eigenen Drucker, ohne Parameter-Tüftelei und ohne Werkzeugkosten wie beim Spritzguss.

TPU (thermoplastisches Polyurethan) gilt als das anspruchsvollste Standard-Filament im FDM-Druck: Es ist weich, dehnbar und extrem zäh — genau deshalb scheitern viele Druckversuche auf Hobby-Geräten an verstopften Extrudern, massivem Stringing und schwankenden Maßen. Unsere Direct-Drive-Systeme und erprobte Materialprofile liefern dagegen reproduzierbare Ergebnisse, vom Einzelstück bis zur Kleinserie.

Hier findest du alles Wichtige für dein Projekt: Eigenschaften, typische Anwendungen, Druckparameter und Konstruktions-Hinweise. Für die tiefere Materialkunde empfehlen wir zusätzlich unseren Wissens-Artikel TPU im 3D-Druck.

Eigenschaften & Vorteile

TPU kombiniert gummiartige Elastizität mit der Verarbeitbarkeit eines Thermoplasten. Für dein Bauteil bedeutet das konkret:

  • Flexibel und rückstellfähig: Das Teil lässt sich biegen, stauchen und dehnen und kehrt danach in seine Form zurück — ideal für Dichtungen, Puffer und Schutzteile.
  • Wählbare Härte: Gängige Shore-Härten liegen zwischen 85A (weich, gummiartig) und 95A (fest-flexibel). Welche Härte zu deinem Einsatz passt, erklärt unser Shore-Härte-Vergleich.
  • Extrem abriebfest: TPU übertrifft in der Verschleißfestigkeit die meisten starren Druckmaterialien — perfekt für Rollen, Gleitflächen und Auflagen.
  • Hohe Reiß- und Weiterreißfestigkeit: Dünnwandige TPU-Teile reißen nicht spröde, sondern halten auch dauerhafter Wechselbelastung stand.
  • Gute Dämpfungseigenschaften: Vibrationen und Stöße werden absorbiert statt weitergeleitet.
  • Beständig gegen Öle und Fette: TPU verträgt viele Schmierstoffe deutlich besser als klassische Gummi-Werkstoffe wie Naturkautschuk.
  • Kälteflexibel: Auch bei Minusgraden bleibt TPU elastisch und versprödet nicht wie PLA oder ABS.

Typische Anwendungen

TPU ist immer dann die richtige Wahl, wenn ein Bauteil nachgeben, dämpfen oder dichten muss. Typische Teile, die unsere Kunden aus TPU drucken lassen:

  • Dichtungen und Profildichtungen für Gehäuse, Deckel und Flansche — worauf es dabei ankommt, zeigt unser Leitfaden zu Dichtungen und O-Ringen aus dem 3D-Drucker.
  • Maschinenfüße, Anschlagpuffer und Vibrationsdämpfer für Motoren, Pumpen und Gehäuse.
  • Schutzhüllen, Kantenschutz und Stoßkappen für Geräte, Messtechnik und Transportkisten.
  • Schonbacken für Schraubstöcke und Greifer — kratzfreies Spannen empfindlicher Werkstücke.
  • Rollen, Räder und Laufflächen mit hohem Grip und geringem Abrollgeräusch.
  • Tüllen, Kabeldurchführungen und Zugentlastungen im Geräte- und Schaltschrankbau.
  • Griffe und Grip-Auflagen für Werkzeuge, Hebel und Bedienelemente.

Weitere Praxisbeispiele mit Bildern und Auslegungstipps findest du im Artikel TPU-Anwendungen im Überblick.

Druckparameter

Diese Bereiche fahren wir je nach TPU-Typ und Shore-Härte — weichere Sorten verlangen niedrigere Geschwindigkeiten und besonders sorgfältige Filamentführung:

ParameterBereichHinweis
Düsentemperatur210–240 °Cabhängig von Hersteller und Shore-Härte
Betttemperatur30–60 °CTPU haftet sehr gut auf glattem PEI
Kammernicht erforderlichoffener Bauraum genügt, kein Warping-Risiko
Druckgeschwindigkeit20–60 mm/sweiche Typen (85A) am unteren Ende

Zwei Punkte machen TPU im Alltag anspruchsvoll: Erstens braucht das weiche Filament einen Direct-Drive-Extruder mit kurzem, geführtem Filamentweg — in Bowden-Systemen knickt es aus. Zweitens ist TPU stark hygroskopisch: Feuchtes Material führt zu Blasen, Stringing und matten Oberflächen. Wir lagern und verarbeiten TPU deshalb konsequent getrocknet — warum das so wichtig ist, liest du im Beitrag zur Filamenttrocknung.

Konstruktions-Hinweise

Bei flexiblen Bauteilen bestimmt nicht nur das Material die Härte, sondern auch die Geometrie. Diese Punkte solltest du beim Konstruieren beachten:

  • Wandstärke und Infill steuern die gefühlte Härte: Ein 95A-Teil mit 2 Perimetern und 15 % Gyroid-Infill fühlt sich deutlich weicher an als dasselbe Teil massiv gedruckt. Mehr dazu im Artikel Wandstärke und Infill richtig wählen.
  • Toleranzen großzügiger auslegen: Elastische Teile lassen sich nicht so maßstabil fertigen wie starre — dafür verzeihen sie Presspassungen. Dichtungen und Stopfen konstruierst du bewusst mit leichtem Übermaß; Grundlagen dazu im Leitfaden Toleranzen und Passungen.
  • Überhänge vermeiden: Stützstrukturen lassen sich von flexiblem TPU nur schwer rückstandsfrei entfernen. Konstruiere möglichst supportfrei oder mit Fasen statt Überhängen.
  • Filmscharniere und Faltenbälge funktionieren in TPU hervorragend — dünne Bereiche gezielt als Biegezonen einsetzen.
  • Keine scharfen Kerben in Zugrichtung: Auch zähes TPU reißt an Kerben schneller weiter. Innenradien einplanen.

TPU drucken lassen bei elbe3D

Du lädst dein 3D-Modell (STL, STEP oder 3MF) hoch, wählst TPU als Material und erhältst sofort einen Preis — inklusive Beratung, wenn du bei Shore-Härte, Wandstärke oder Toleranzen unsicher bist. Gefertigt wird auf kalibrierten Direct-Drive-Druckern in unserem Betrieb in Magdeburg, geliefert wird deutschlandweit per Versand. Vom einzelnen Dichtungsprototyp bis zur Kleinserie mit wiederholgenauen Eigenschaften: Du bekommst geprüfte Teile aus getrocknetem Markenfilament, ohne selbst in Drucker, Trockenbox und Materialtests investieren zu müssen.

Häufige Fragen

Welche Shore-Härten kann ich bei elbe3D drucken lassen?

Standardmäßig verarbeiten wir TPU im Bereich Shore 85A bis 95A. 95A ist der Allrounder für Dichtungen, Dämpfer und Schutzteile; weichere Sorten setzen wir nach Absprache für besonders nachgiebige Bauteile ein. Wenn du unsicher bist, empfehlen wir dir anhand deiner Anwendung die passende Härte.

Wie maßhaltig sind gedruckte TPU-Teile?

Flexible Materialien erreichen nicht die Maßhaltigkeit starrer Kunststoffe wie PETG — das liegt in der Natur des Elastomers. In der Praxis ist das selten ein Problem, weil TPU-Teile Toleranzen durch ihre Elastizität ausgleichen. Kritische Passungen legen wir gemeinsam mit dir mit gezieltem Über- oder Untermaß aus.

Eignen sich gedruckte TPU-Teile als Dichtungen?

Für statische Dichtungen an Gehäusen, Deckeln und Flanschen: ja, sehr gut. Für dynamische Dichtungen oder hohe Drücke sind gedruckte Teile wegen des schichtweisen Aufbaus nur bedingt geeignet — hier beraten wir dich im Einzelfall zu Geometrie und Alternativen.

Warum sollte ich TPU drucken lassen statt selbst zu drucken?

TPU verlangt Direct-Drive-Hardware, trockenes Filament und material-spezifisch abgestimmte Profile. Wer nur gelegentlich flexible Teile braucht, spart mit einem Druckservice Zeit, Fehldrucke und die Investition in Trockenequipment — und bekommt reproduzierbare Qualität ab dem ersten Teil.

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